Fragen & Antworten

Darum hat es in Bremen wie bei einer Explosion geknallt

Viele in Bremen und um zu haben es gehört: Mittwochnachmittag hat es mehrmals laut geknallt. Grund waren Kampfjets, die mit Überschallgeschwindigkeit geflogen sind.

Ein US-Militärjet durchbricht die Schallmauer (Archivbild).
Wenn ein Flugzeug mit Geschwindigkeiten im Überschallbereich fliegt, ist das auch zu sehen. Bild: Imago | Mario Aurich


Von Nord nach Süd und auch im Osten und Westen: Überall in Bremen und umzu haben Menschen die lauten Knalle gehört. In den sozialen Netzwerken kamen Fragen auf. Was war das? Eine Explosion? Die User mussten aber nicht lange rätseln: Die Polizei klärte auf Twitter auf. Den Angaben zufolge waren das Kampfjets, die mit Überschallgeschwindigkeit geflogen sind.

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Was ist eigentlich Überschall? Wichtige Fragen und Antworten in der Übersicht.

1 Warum knallt es?

Es knallt, wenn ein Flugzeug in Überschall fliegt. Der Luftdruck ist dann so groß, dass er sich durch Knalle entlädt. Es geht dabei laut Angaben der Luftwaffe um Geschwindigkeiten von mehr als 1.200 Kilometern pro Stunde.

2 Warum hören so viele Menschen die Knalle?

Es gibt nicht nur einen Knall. Die Flugzeuge schleppen den Knall sinnbildlich hinter sich her, solange sie mit Überschall-Geschwindigkeiten unterwegs sind. Genauer: Sie ziehen einen sogenannten Machkegel hinter sich her. Wo der Kegel den Boden streift, hört man einen Überschallknall und spürt manchmal auch eine Druckwelle. Dieser Streifen kann laut Luftwaffe bis zu 80 Kilometer breit sein.

Grafik: Knallentwicklung eines Eurofighters
Der Überschallknall ist nicht nur einmal zu hören: Die Jets ziehen ihn als Schallkegel hinter sich her, solange sie mit Überschall fliegen. Bild: Radio Bremen | Grafik

3 Fliegen die Jets über Bremen?

Bremen liegt in einer Übungszone für Militärmaschinen. Der Luftraum kann zeitweise für zivile Flugzeuge gesperrt werden, damit Kampfjets üben können – unter anderem Überschallflüge. Die Luftwaffe soll aber darauf achten, dass die Menschen in dichtbesiedelten Gebieten möglichst wenig von den Überschallknallen mitbekommen.

Eigentlich ist in der Zone auch genug Platz: Sie reicht von den nördlichen Rändern Nordrhein-Westfalens bis nach Schleswig-Holstein. Außerdem dürfen Jets nur in einer bestimmten Höhe so schnell fliegen: Ein Überschallflug unter Übungsbedingungen darf erst ab einer Flughöhe von zirka 11.000 Metern durchgeführt werden. Die Untergrenze für den Übungsflugbetrieb in der TRA Weser, in der Temporary Reserved Area (TRA) – wie die Übungszone offiziell heißt – liegt hingegen bei rund 2.450 Meter.

Und das geht auch nicht den ganzen Tag über: Die Übungsflüge sind nur zwischen 8 und 12:30 Uhr sowie zwischen 14 und 20 Uhr erlaubt. Nur fürs Protokoll: Im Ernstfall gelten diese Einschränkungen natürlich nicht.

4 Wie oft wird über Bremen und umzu in Überschallgeschwindigkeit geflogen?

Aktuelle Zahlen, wie oft Militärfliegerunterwegs sind, gibt es nicht. 2016 wurde die TRA Weser 202 Mal aktiviert. Allerdings waren die Militärjets nicht bei jeder Übung mit Überschall unterwegs.

5 Wie finde ich heraus, ob es nur ein Jet war oder nicht doch etwas Schlimmes passiert ist?

Prinzipiell gilt: erst einmal Ruhe bewahren. Wenn beispielsweise Menschen, die weit voneinander entfernt wohnen, gleichzeitig einen Knall melden, könnte das ein erstes Indiz auf Überschallknalle sein. Dann hilft der schnelle Blick auf regionale News-Seiten: Falls es doch eine große Explosion gewesen sein sollte, dass sie gleichzeitig in Blumenthal und in der Neustadt zu hören gewesen wäre, könnte die Polizei das schnell bestätigen – und die Medien würden berichten.

Mehr dazu:

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 22. Oktober 2020, 23:30 Uhr