Darum steht ein zerschossener Rettungswagen auf dem Bremer Marktplatz

Mobiles Mahnmal: Rettungswagen erinnert an das Leid in der Ukraine

Bild: Radio Bremen | Sebastian Krüger

Vor rund zwei Jahren geriet der Wagen in der Ostukraine unter russischen Beschuss. Derzeit tourt er als Mahnmal durch Deutschland, um an Kriegsverbrechen zu erinnern.

Am 12. März 2022, kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs, war der Rettungswagen in der ukrainischen Region Charkiw unterwegs, um Verletzte zu versorgen. Der Wagen, Barwinka genannt, war der einzige mit Allradantrieb, der über die beschädigten Straßen auch entlegene Dörfer erreichen konnte.

Im kleinen Ort Derhatschi wurde der Wagen auf einer Einsatzfahrt beschossen, der Fahrer wurde dabei schwer verletzt. Die Folgen des Angriffs sind nicht zu übersehen: Karosserie und Scheiben sind von Kugeln durchsiebt, der einst weiße Lack blättert an vielen Stellen vom rostigen Metall ab. Bis Freitag steht das rollende Mahnmal auf dem Marktplatz, gut sichtbar für Touristen und Einheimische gleichermaßen.

Gemeinsame Aktion von Kirche, Bürgerschaft und Initiativen

Der Krieg sei etwas in Vergessenheit geraten, befürchtet der Bremer Pastor und gebürtige Ukrainer Andreas Hamburg. Mit dem Krankenwagen solle das Leid der ukrainischen Bevölkerung wieder in Erinnerung gerufen werden. Es zeuge von großem Hass, wenn gezielt Krankenwagen beschossen werden.

Der Wagen ist ein Symbol dafür, wozu Menschen fähig sind.

Pastor Andreas Hamburg

Die Bremische Bürgerschaft, die Stiftung Solidarität Ukraine, der Kulturverein Unity Center sowie die Bremische Evangelische Kirche (BEK) haben das Wrack nach Bremen geholt. Zuvor hatte der Aktivist Oleg Surajev die Idee, den Wagen als Mahnmal für russische Kriegsverbrechen auch außerhalb der Ukraine zu zeigen. Durch Dutzende europäische Städte ist er bereits getourt. Zuvor stand er in Hannover, als nächstes steht Cuxhaven auf dem Plan.

Da der Wagen nicht mehr allein fahren kann, stellen die Organisatoren einen Anhänger sowie ein Zugfahrzeug zur Verfügung. Spendenaktionen begleiten die Tour, um Geld für neue Rettungsfahrzeuge und medizinische Mittel für das Krankenhaus in Derhatschi zu sammeln. Ukrainischstämmige Bremer stehen für Fragen zur Verfügung.

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Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 27. Februar, 19:30 Uhr