Fitnesstrainer: "Man sollte sich nicht quälen"

370 Gramm nehmen die Deutschen durchschnittlich über die Feiertage zu. Kein Wunder, dass einer der beliebtesten Neujahrsvorsätze ist, mehr Sport zu machen. Wie dies tatsächlich gelingen kann, erklärt der Fitness-Trainer Falko Gammelin.

Ein Jogger spiegelt sich in einer Pfütze.
Der Himmel ist grau, das Wetter mies. Trotzdem schaffen es manche Menschen, sich zum Joggen zu motivieren. Bild: DPA | Peter Steffen
Mehr Sport zu machen ist der wohl am häufigsten misslingende Neujahrsvorsatz. Woran liegt das?
Ein großer Fehler ist, dass man gleich zu viel will. Dass man etwa denkt, man müsse nun fünf oder sechs Mal die Woche Sport machen. Oder dass es wehtun müsse. Das führt oftmals dazu, dass der Vorsatz eben nicht lange anhält.
Wie funktioniert es besser?
Ich muss ehrlich zu mir selber sein und mich fragen: Warum möchte ich das eigentlich machen? Es gibt ja Momente im Alltag, da merkt man etwa, man will die Treppe hoch und bekommt oben keine Luft mehr, so dass man denkt: Ich muss jetzt etwas tun. Das ist der erste, wichtigste Schritt.

Entscheidend ist auch die Dosis, mit der ich anfange. Wenn ich mich überfordere, habe ich sehr schnell Verletzungen und bin auch frustriert und erschöpft, und das ist ja genau das, was wir nicht haben wollen. Der Sport soll ja eine positive Wirkung haben.
Und wenn man nun bislang gar nicht aktiv war?
Man sollte sanft anfangen, sich nicht quälen und stattdessen auf das Körpergefühl hören. Wichtig ist, überhaupt anzufangen. Und wenn man nur mit den Sportschuhen einmal raus geht. Man sollte den Vorsatz nicht zu lange aufschieben. Bereits nach drei Monaten merkt man Erfolge. Dann signalisiert der Körper auch, dass er die Bewegung tatsächlich braucht, und man muss sich weniger stark motivieren.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 2. Januar 2018, 9:10 Uhr