Fragen & Antworten

Weg mit den alten Lappen: So geht der Führerschein-Tausch in Bremen

Sie sind Jahrgang 1953 bis 1958 und haben Ihren Führerschein seit jungen Jahren? Dann müssen Sie ihn in diesem Jahr umtauschen. Wir erklären, wie das funktioniert.

Drei verschiedene Führerschein-Generationen auf einem Bild. Der alte Graue, der neuere in Rosa und die aktuell übliche Plastikkarte.
Tschüss, alter Lappen: Wer einen vor 2013 ausgestellten Führerschein hat, muss ihn bis spätestens 2033 umtauschen. Bild: Imago | Cord

Autofahrer aufgepasst: Aufgrund einer neuen EU-Regelung müssen alle Führerscheine, die vor dem Jahr 2013 ausgestellt worden sind, bis 2033 umgetauscht sein. Noch lange hin, sagen Sie? Der Umtausch ist nach Geburtsjahren gestaffelt und die über 60-jährigen Bremerinnen und Bremer sind schon in diesem Jahr dran. Das betrifft Angaben des Bremer Innenressorts zufolge immerhin rund 34.000 Autofahrer in Bremen und rund 9.000 in Bremerhaven. Bis zum 19. Januar 2022 müssen diese ihren alten Lappen in einen neuen, EU-konformen Führerschein umgetauscht haben.

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Wie genau funktioniert der Umtausch und welche Dokumente brauche ich dafür?
Wer seinen Führerschein umtauschen will, muss das vor Ort in der Führerscheinstelle seines Hauptwohnsitzes machen, so das Bremer Innenressort. Es muss nämlich eine Unterschrift geleistet und der alte Führerschein befristet und entwertet werden. Für den Umtausch wird ein biometrisches Passbild, der Personalausweis oder Reisepass und der alte Führerschein benötigt. Außerdem braucht man laut Innenressort eine Karteikartenabschrift der Führerscheinstelle, die den aktuellen Führerschein ausgestellt hat, sofern der Führerschein vor 1999 außerhalb Bremens ausgestellt wurde. Diese kann in der Regel telefonisch, per Post oder online bei der Stelle, die den Führerschein ausgestellt hat, angefordert werden und wird direkt von dort an hiesige Behörde geschickt.
Der Umtausch kostet 25,30 Euro, für den Direktversand des neuen Führerscheins durch die Bundesdruckerei sind zusätzlich fünf Euro fällig. Nach circa drei Wochen kommt der neue Führerschein direkt per Post.
Das Innenressort bittet wegen der aktuellen Corona-Situation darum, von einem Besuch im Bürgeramt abzusehen. Für den Pflichtumtausch werde "zeitnah" ein gesondertes Terminkontingent zur Verfügung gestellt.
Was droht mir, wenn ich meinen Führerschein nicht umtausche und nach der für mich relevante Frist kontrolliert werde?
Laut Bremer Innenressort droht eine Verwarnung mit einer Strafe in Höhe von zehn Euro. Übrigens: Man kann den Führerschein schon jetzt tauschen, auch wenn man dieses Jahr laut Tabelle noch nicht an der Reihe ist.

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Was passiert mit meinem alten Führerschein?
Beim Termin in der Behörde wird der alte Führerschein mit einer Befristung versehen und darf dann wieder mitgenommen werden. Nach Ablauf der Befristung ist der Führerschein ungültig, man darf ihn aber behalten.
Was kann der neue Ausweis, was der alte nicht konnte?
Der Grund für die Umstellung auf in der EU einheitliche Führerscheine ist in erster Linie eine höhere Fälschungssicherheit. Außerdem sollen alle Führerscheine in einer Datenbank erfasst werden, um Missbrauch zu vermeiden. Ein Stufenplan soll dafür sorgen, dass der Umtausch geordnet abläuft und die Behörden nicht überfordert werden. Bremen plant laut Innenressort, die Führerscheinstellen personell aufzustocken.
Warum müssen Autofahrer, die vor 1953 geboren sind, ihren Führerschein erst 2033 umgetauscht haben?
Die vor 1953 geborenen Führerscheinbesitzer sind eine Ausnahme in der Umtauschtabelle. Der Verkehrsausschuss im Bundesrat begründet das so: "Damit soll ihnen erspart werden, ihren Führerschein umtauschen zu müssen, obwohl altersbedingt nicht sicher ist, ob sie nach dem Stichtag des 19. Januar 2033 von ihrer Fahrerlaubnis Gebrauch machen möchten und dafür einen weiter gültigen Führerschein benötigen."

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Autorin

  • Greta Block Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 22. Januar 2021, 23:30 Uhr