Das A und O bei Hitze: Trinken, trinken, trinken!

Über 30 Grad in Bremen und Bremerhaven: Die Kliniken melden bereits die ersten Fälle von Dehydration. Wir sagen Ihnen, worauf es jetzt bei der Ernährung ankommt.

Bei strahlend blauem Himmel und tropischen Temperaturen schüttet sich ein Junge Wasser aus einer Flasche über seinen Kopf.
Wasser ist bei den derzeitigen Temperaturen der beste Begleiter und wirkt innerlich wie äußerlich. Bild: DPA | Patrick Pleul

An diesem Wochenende klettern die Temperaturen in Bremen und Bremerhaven erneut über 30 Grad. Bei solchen Bedingungen ist man nicht so leistungsfähig wie gewohnt, viele Menschen fühlen sich schnell schlapp und müde oder klagen über Kopfschmerzen.

Auch am Klinikum Links der Weser sind in der letzten Woche bereits zahlreiche Patienten aufgrund der großen Hitze eingeliefert worden. "Etliche waren dehydriert, aber bei vielen schlagen die Temperaturen auch auf das Herz-Kreislauf-System oder den Zuckerspiegel", sagt Dr. Jan-Michel Otte. Der Chefarzt für Innere Medizin rechnet damit, dass es in der Notaufnahme des Klinikums auch an diesem Wochenende wieder voll werden könnte.

Doch man kann auch einiges dafür tun, damit man sich an heißen Tagen nicht ganz so gerädert fühlt oder gar in der Notaufnahme landet. Neben dem Sonnenschutz für die Haut spielt vor allem die Ernährung eine große Rolle. Sie sollte an die heißen Temperaturen angepasst werden.

1 Viel lauwarmes Wasser trinken

Auch an Tagen mit durchschnittlichen Temperaturen benötigt der Körper bereits pro Kilogramm Körpergewicht rund 30 bis 40 Milliliter Wasser am Tag. Das macht, je nach Stoffwechsel und Belastung, um die zwei bis drei Liter. "Wenn es heiß ist, sollten es dann schon eher vier Liter sein", so Otte. Auch wenn es im ersten Moment vielleicht erfrischend ist, sollte man auf gekühlte Getränke verzichten. Statt zu helfen, belasten sie den ohnehin schon gestressten Körper zusätzlich, denn der Magen muss die Temperatur der Flüssigkeit wieder nach oben regulieren.

Kühlen Sie Ihren Körper nicht von innen, sondern von außen, zum Beispiel mit Wasser, dass Sie sich über die Handgelenke laufen lassen.

Priv.-Doz. Dr. med. Jan-Michel Otte, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin im Klinikum Links der Weser.
Dr.med. Jan-Michel Otte, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Links der Weser

Wasser oder ungesüßter Tee seien die besten Getränke, um den Wasserhaushalt auf einem guten Niveau zu halten. Alkohol oder Soft-Drinks sollte man zum Durstlöschen unbedingt vermeiden und Säfte nur stark verdünnt trinken. Doch wie merkt man, dass man dehydriert ist? "Man hat Durst, der Mund ist trocken, das Sprechen fällt schwer, man ist müde, benommen und die Beine beginnen zu zittern", so Otte.

Wichtig sei, kontinuierlich zu trinken, damit ein Durstgefühl gar nicht erst auftrete, so der Mediziner. Besonders gefährdet seien Kinder und ältere Menschen. Kinder macht ihr geringes Körpervolumen anfällig, ältere Menschen verzichteten oftmals – gerade wenn sie unterwegs sind – gerne aufs Trinken. weil sie Angst haben, deshalb ständig auf Toilette gehen zu müssen. Kommt es tatsächlich zu einem Kollaps, empfiehlt Otte einen Arzt aufzusuchen, denn manchmal stecke noch mehr als nur zu wenig Flüssigkeit hinter dem Zusammenbruch. "Das Herz ist belastet und auch das Risiko für Thrombosen steigt bei hohen Temperaturen", so Otte.

2 Alkohol ist erlaubt – in Maßen

Und wie sieht es mit Alkohol aus? Von Hochprozentigem rät Ernährungsexpertin Daniela Preußener ab, gegen Wein und Bier sei aber unter Beachtung kleiner Tipps nichts einzuwenden. "Wein lieber mit etwas Wasser mischen und als Weinschorle trinken", so die Ernährungsexpertin. Für das beliebte Feierabendbier hat sie eine Regel:

Es gilt: Wenn Sie auf das Feierabendbier nicht verzichten wollen, denken Sie daran, den Durst nicht mit Alkohol zu löschen. Dann lieber Wasser trinken. Der Flüssigkeitshaushalt kann nur mit Wasser ausgeglichen werden und nicht mit zucker- oder alkoholhaltigen Getränken.

Daniela Preußener, Ernährungsexpertin der Kaufmännischen Krankenkasse Hannover

3 Leichte, sommergerechte Ernährung mit viel Obst und Gemüse

 Ein Paar sitzt an einem Badesee und isst Wassermelone aus einer Frischhaltebox
Wassermelonen haben einen Wasseranteil von rund 95 Prozent. Bild: DPA | Christin Klose

Obst und Gemüse wie Melone, Tomate oder Gurke gleichen den Flüssigkeitshaushalt aus und eignen sich daher besonders gut bei heißen Temperaturen. Die Ernährungsexpertin rät zu ihrer Wunderwaffe: "Beerenfrüchte enthalten neben Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen auch sekundäre Pflanzenstoffe", sagt Preußener. "Die sind gut für Herz und Kreislauf, für die Gefäße und das Immunsystem. Sie sind entzündungshemmend und auch noch blutdruckregulierend – also gerne zu solchen Früchten greifen."

Ausgerechnet am Abend zur besten Grillzeit sollte auf eine leichte und fettarme Ernährung geachtet werden. "Am besten ist, Sie essen Salate, fettarmes Steak, Reis oder gegrilltes Gemüse", so Preußener. "Denn je fettarmer und weniger kalorienreich Sie sich ernähren, desto besser können Sie schlafen. Ansonsten braucht der Körper unglaublich viel Energie, um zu verdauen." Da bei diesem heißen Wetter sowieso viele Menschen mit Schlafproblemen zu kämpfen haben, sollte der Körper hierbei geschont werden.

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  • Annelie Sturhann

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, der Vormittag, 24. Juni 2019, 11:45 Uhr