Helle Punkte am Bremer Nachthimmel: Ein US-Milliardär steckt dahinter

In der Nacht auf Donnerstag konnte man sich über kleine Punkte wundern, die am Himmel vorüberflogen. Soviel vorweg: Ein Milliardär steckt hinter dem ungefährlichen Phänomen.

Satelliten als weiße Punkte am Nachthimmel
Für das Phänomen am Abendhimmel sind Satelliten verantwortlich. Bild: DPA | Gene Blevins

Am Mittwochabend wunderten sich viele Bremer über kuriose Leuchten am Himmel. Wie an der Perlenkette zogen 60 Lichter am Himmel Norddeutschlands hinweg. Handelte es sich dabei um Sternschnuppen? Oder eventuell sogar um gefährliche Meteoriten? Ein Experte gibt Entwarnung.

Andreas Vogel vom Olbers-Planetarium in Bremen hat die Leuchten untersucht und eine simple Erklärung für das Phänomen. "Das sind die sogenannten Starlink-Satelliten. Eine ganze Reihe von Telekommunikationssatelliten. 60 Stück an der Zahl, die alle gleichzeitig ausgesetzt worden sind", so Vogel.

Die ziehen jetzt wie an der Perlschnur aufgereiht am Abendhimmel ihre Bahnen und das ist natürlich ein sehr spektakulärer Anblick.

Andreas Vogel, Leiter des Olbers-Planetariums

Satelliten wurden von SpaceX in den Himmel geschossen

SpaceX-Chef Elon Musk bei einer Pressekonferenz
SpaceX-Chef Elon Musk hat 180 Satelliten ins Weltall geschossen. Bild: DPA | John Raoux

Hinter den Satelliten am Himmel steckt der Milliardär Elon Musk mit seiner Firma SpaceX. Anfang Januar schickte das Unternehmen zum dritten Mal 60 Satelliten in die Erdumlaufbahn. In Bremen sind die Satelliten in den kommenden Tagen etwa zwischen 18 und 19 Uhr zu sehen. Zu dieser Uhrzeit werden sie noch von der Sonne angestrahlt, die hier jedoch bereits untergegangen ist. Wer die Satelliten sehen möchte, sollte sich laut Vogel einen Ort mit freier Sicht suchen und dann in Richtung Westen schauen – dorthin, wo in etwa die Sonne untergegangen ist. Dann sollten die Satelliten direkt über den eigenen Kopf ziehen.

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Satelliten ziehen weiter – und sind dann wieder sichtbar

Die Satelliten werden noch für mehrere Tage zu sehen sein. Da sich Erde und Satelliten unabhängig voneinander drehen, ändert sich die Uhrzeit, zu der sie über bestimmte Orte ziehen. "Und irgendwann ziehen die ihre Bahnen zu einem Zeitpunkt am Taghimmel, dann können wir sie eben nicht sehen, so hell sind sie nicht", erklärt Vogel. "Irgendwann tauchen sie dann auch wieder auf." Ein solches Sichtfenster dauert dann wieder mehrere Wochen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier läuft, 23. Januar 2020, 17:15 Uhr