Fragen & Antworten

So warnt das Land Bremen die Bevölkerung bei Hochwasser

Die Schlachte in Bremen ist von Hochwasser überflutet
Bei Notlagen wie Flut, Unwetter oder Großbränden ist in Bremen die Feuerwehr zuständig. (Symbolbild) Bild: DPA | Sönke Möhl

Unwetter, Überflutungen, Großbrände oder Chemieunfälle – mögliche Notlagen gibt es viele. Statt mit Sirenen wird heute aber mit modernen Kommunikationsmitteln gewarnt.

Nach den Unwettern in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern gab es zum Teil deutliche Kritik an den Behörden. Der Vorwurf: Sie hätten die Bevölkerung zu spät und unzureichend vorgewarnt. Kann das auch in Bremen passieren? buten un binnen hat bei den verantwortlichen Behörden nachgefragt.

Wie großflächig ist die Hochwassergefahr im Land Bremen?
Nach Angaben der Umweltbehörde sind rund 86 Prozent der Landesfläche potentiell von Hochwasser bedroht. In diesen Bereichen leben demnach etwa 530.000 Menschen. Wie groß die tatsächliche Gefahr im Einzelfall ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
Wie wird die Bevölkerung vor Notlagen wie Unwetter oder Überflutungen gewarnt?
Die Alarmierung läuft heutzutage elektronisch. Die Bürgerinnen und Bürger werden verlässlich mit Warnmeldungen im Hörfunk und im Fernsehen von Radio Bremen sowie auf digitalen Anzeige- und Werbetafeln informiert. Dazu gibt es Warnmeldungen in den sozialen Netzwerken und über die Notfall-Nachrichten der Informations-App "NINA".

Das Land Bremen verlässt sich aber nicht nur auf die elektronischen Kanäle. In Bremen hat es sich auch bewährt, mit Lautsprecherwagen durch die betroffenen Stadtteile zu fahren und die Bevölkerung zu informieren. Das wird beispielsweise bei Bombenentschärfungen gemacht.
Warum gibt es im Land Bremen keine Alarmsirenen mehr?
Diese wurden in Bremen und Bremerhaven vor knapp 30 Jahren abgebaut. Zum einen, weil man keinen Grund mehr für eine flächendeckende Alarmierung sah. Zum anderen ist der Sirenenton zu unspezifisch, heißt es von der Feuerwehr Bremen. Wenn der Heulton erklingt, wisse man nicht, wovor gewarnt wird. Im Ernstfall sei es aber wichtig, die Bevölkerung schnell und genau zu warnen. Das gehe am besten auf elektronischem Wege, sagte ein Feuerwehr-Sprecher.
Wer ist bei Notlagen zuständig?
Bei sogenannten Schadenslagen wie Überflutungen oder Großbränden ist die Feuerwehr zuständig. Anders sieht es bei Katastrophenfällen aus. Die müssen vom Innensenator ausgerufen werden. Das gab es zuletzt 1962 bei der Sturmflut an der Nordseeküste.

Flutkatastrophe: Auch in Bremen bangen Menschen um ihre Angehörigen

Video vom 16. Juli 2021
Ein Bild aus dem Katastrophengebiet in Deutschland indem durch Hochwasser ganze Städte überschwemmt und zerstört worden sind.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 18. Juli 2021, 23:30 Uhr