Windkraft auf hoher See soll stärker gefördert werden

  • Wirtschaftsminister sprechen sich gemeinsam für Förderung aus
  • Offshore-Windanlagen kommt künftig mehr Bedeutung zu
  • Minister sind gegen schnelleren Kohleausstieg
Eine im Bau befindliche Offshore-Windkraftanlage in der Nordsee
Wird die Offshore-Windkraft in Zukunft wieder wichtiger?

Die Wirtschaftsminister der Bundesländer setzen sich gemeinsam für die Offshore-Windkraft ein. Sie soll eine stärkere Rolle bei der Energieversorgung der Zukunft spielen. Das wurde nach der Wirtschaftsministerkonferenz der Bundesländer in Bremerhaven deutlich. Windkraftanlagen an Land können nicht genug Strom produzieren, sagte der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP), der die Konferenz leitete.

Man gehe davon aus, dass die derzeitige Ausbaugrenze durch den Bund in Kürze wegfalle. Auch sollen schneller neue Stromtrassen entstehen. Offenbar eine Kehrtwende: Denn zuletzt mussten zum Beispiel in Bremerhaven mehrere Unternehmen der Windkraft-Branche schließen.

Minister stellen sich gegen schnelleren Ausstieg aus der Kohle

Einen früheren Ausstieg aus der Kohleenergie lehnte die Konferenz ab. An erster Stelle müssten Versorgungssicherheit und bezahlbare Strompreise stehen. Die Länder könnten nicht alleine entscheiden, welche Kraftwerke vom Netz genommen werden. Die Bundesnetzagentur habe auf die Folgen für das gesamte Stromnetz zu achten. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusman (CDU) warnte vor einem Überbietungswettbewerb der Länder beim Klimaschutz.

Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) hatte in der vergangenen Woche gefordert, den Kohleausstieg bis 2030 zu bewerkstelligen – also acht Jahre früher als bisher geplant. SPD, Grüne und Linke wollen nach dem aktuellen Stand der Koalitionsverhandlungen in Bremen sogar schon 2023 ganz aus der Kohle aussteigen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 26. Juni 2019, 15 Uhr