Streit um Bremer Bordelle: Wirtschaftsbehörde reichen Vorwürfe nicht

  • Innensenator will gegen zwei Bordelle vorgehen
  • Zuständige Wirtschaftsbehörde hat Bedenken
  • Erkenntnisse der Polizei würden nicht ausreichen
Video vom 19. Februar 2021
Ein Schild eines Bordells mit einer Silhouette einer Frau darauf und dem Schriftzug "7/24 geöffnet".
Bild: Radio Bremen

Der Konflikt zwischen der Bremer Wirtschaftsbehörde und der Innenbehörde um zwei Bordelle geht weiter. Am Donnerstag hatte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) gefordert, ein Bordell in der Bremer Neustadt zu schließen und ein beantragtes Laufhaus in Bahnhofsnähe gar nicht erst zu bewilligen. Mäurer geht davon aus, dass die Betreiberin beider Betriebe familiär eng mit dem Rockerclub Hells Angels verflochten ist. Die Hells Angels sind seit 2013 in Bremen verboten.

"Eine erste Prüfung hat ergeben, dass die Erkenntnisse der Polizei nicht ausreichen, um den Bordellbetrieb zu untersagen", erklärte Wirtschaftsstaatsrat Sven Wiebe. Vor einigen Tagen hat seine Behörde laut Wiebe ein Papier aus der Innenbehörde erhalten, in dem Gründe für eine mögliche Schließung genannt wurden. Das Bordell in der Neustadt gibt es seit 2019.

Wirtschaftsbehörde: Prüfung wird noch dauern

Der Eingang eines Bordells in der Bremer Neustadt.
Innensenator Mäurer fordert die Schließung des Bordells in der Duckwitzstraße in der Neustadt. Bild: Radio Bremen

Bisher gebe es aber aus unserer Sicht keine Erkenntnisse, die eine Schließung rechtfertigen würden, sagte Wiebe. Diese müssten auch gerichtsfest sein. Gleiches gelte für den Antrag auf eine Prostitutionsstätte in der Nähe des Bahnhofes. Der würde jetzt sorgfältig geprüft. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob der Betreiber straffällig geworden ist und ob er einen solchen Betrieb finanzieren kann.

Allerdings geht Wiebe davon aus, dass es noch mehrere Monate dauern wird, bis in beiden Fällen endgültig entschieden wird. Es gebe ja auch fortlaufend neue Erkenntisse. Bisher habe man aber keine Handhabe, das Bordell in der Neustadt zu schließen und das am Bahnhof nicht zu genehmigen. Trotz der unterschiedlichen Auffassungen in diesen Fällen sprach Wiebe von einer guten Zusammenarbeit zwischen Wirtschafts- und Innenbehörde. Der Anwalt des Bordell-Betreibers wollte sich zu den Forderungen von Innensenator Mäurer nicht äußern.

Innensenator will mutmaßliches Hells Angels-Bordell verhindern

Video vom 18. Februar 2021
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer im Interview.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 19. Februar 2021, 15 Uhr