Mordprozess um vergifteten Mann: Angeklagte äußert sich nicht

  • 86-Jähriger wird vorgeworfen, ihren Mann im Krankenhaus getötet zu haben
  • Staatsanwaltschaft nennt einen Geldbetrag von 6.600 Euro als Motiv
  • Prozessbeginn wurde wegen des Gesundheitszustands der Seniorin zweimal verschoben
Landgericht Bremen
Am Bremer Landgericht hat der Mordprozess gegen eine 86-Jährige begonnen. (Archivbild) Bild: Imago | Westend61

Weil sie ihren wehrlosen Lebensgefährten im Krankenhaus mit einem Medikament ermordet haben soll, muss sich eine 86-Jährige seit Mittwoch vor dem Landgericht Bremen verantworten. Laut Anklage hat die Seniorin ihrem Partner im September 2017 eine größere Menge Bisoprolol ins Mittagessen gemischt – ein Mittel, das den Blutdruck senkt und die Anzahl der Herzschläge drosselt. Der Mann, der seit Ende August im Krankenhaus war, starb einen Tag später an einer Überdosis.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wollte die Frau mit deutscher und polnischer Staatsangehörigkeit ihren Partner töten, um 6.600 Euro für sich behalten zu können. Den Ermittlungen zufolge hatte die Frau den Geldbetrag während des Krankenhausaufenthalts ihres Lebensgefährten von dessen Konto abgehoben. Laut Anklage wollte die Seniorin mit dem Mord verhindern, dass ihr Partner davon erfährt. Demnach soll sie die Arglosigkeit und Wehrlosigkeit ihres Lebenspartners ausgenutzt haben.

Zum Prozessauftakt äußerte sich die Frau nicht zu den Vorwürfen, wie der Gerichtssprecher nach der Verhandlung berichtete (Az.: 21 KS 250 JS 380 57/18). Der Prozess sollte ursprünglich am 9. September starten. Da die 86-Jährige zunächst nicht verhandlungsfähig war, wurden zwei geplante Auftakttermine abgesagt. Bislang hat das Gericht weitere Verhandlungstermine bis Mitte Dezember geplant. Zeugen und Sachverständige sollen befragt werden.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. September 2020, 19:30 Uhr