So gehen die Bremer Schulen mit Corona-Fällen um

Fast alle Bremer Schüler haben wieder Präsenzunterricht – wenn auch nur eingeschränkt. Doch was passiert, wenn ein Schüler sich mit dem Coronavirus infiziert?

Schulkinder im Klassenzimmer.
Ab Mitte Juni könnte der Unterricht an Grundschulen wieder regulär stattfinden. Bild: Imago | Photothek

Nach mehreren Wochen zuhause gehen inzwischen fast alle Bremer Schüler wieder zur Schule – zumindest für ein paar Stunden pro Woche. Abstandhalten ist während dieser Unterrichtsstunden Pflicht. Aber welche Maßnahmen greifen, wenn trotz der Schutzmaßnahmen ein Corona-Fall auftritt?

Quarantäne für ganze Lerngruppen

"Dafür haben wir detaillierte Vorgaben vom Gesundheitsamt", erklärt Annette Kemp, Sprecherin der Bremer Bildungsbehörde. Sollte sich ein Schüler oder eine Schülerin infiziert haben, muss die gesamte Klassengruppe demnach für zwei Wochen in häusliche Quarantäne – egal, ob der nach sieben Tagen durchzuführende Corona-Test positiv oder negativ ausfällt.

Das Gleiche gilt für Lehrpersonen, die die Gruppe unterrichtet haben – und wenn nicht ein Schüler, sondern eine Lehrperson positiv getestet wurde. In diesem Fall müssen alle Schülergruppen, die von der entsprechenden Lehrperson unterrichtet wurden, in Quarantäne.

Außerdem muss das Gesundheitsamt über jegliche Infektionen informiert werden. Die Mitarbeiter dort beobachten, ob es in den betroffenen Schulen bei einzelnen Infektionen bleibt. Falls das Virus sich aber in mehreren Klassen ausbreitet, überlege man, ob die ganze Schule wieder geschlossen wir, so Annette Kemp. Diese Entscheidung ginge aber über das Gesundheitsamt direkt an die Schulleitung – ohne den Umweg über die Bildungsbehörde.

Grundschulen bald im "reduzierten Normalbetrieb"?

Während der Unterricht aktuell in allen Schulformen nur versetzt stattfindet, könnten ab Mitte Juni die Grundschulen zu einem "reduzierten Normalbetrieb" zurückkehren. Das heißt, dass die Abstandsregeln in den Schulen könnten aufgehoben werden und die Kinder somit wieder normal unterrichtet werden können.

Einzig Lehrpersonen, die zur Risikogruppe zählen, würden dann nicht zu ihrem normalen Schulalltag zurückkehren, sondern von Zuhause aus arbeiten. "Deswegen sprechen wir von einem 'reduzierten' Normalbetrieb", erklärt Kemp.

Weitere Informationen:

Autorin

  • Rebecca Küsters

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 28. Mai 2020, 19:30 Uhr