Super-Wahljahr in Bremen: So behalten Sie den Überblick

Gleich fünf Abstimmungen stehen in diesem Jahr für die Bremer an. Wir erklären, warum das Wählen diesmal deutlich länger dauert.

So geht Wählen in Bremen

Wer am 26. Mai im Wahllokal wählen will, kann das gegen Vorlage des Personalausweises im zugewiesenen Wahllokal tun. Welches Wahllokal das ist, steht auf der Wahlbenachrichtigung (sie muss nicht mit ins Wahllokal gebracht werden). Die Wahllokale haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Gerade in diesem Jahr ist es jedoch wichtig, rechtzeitig dort zu sein, denn der Wahlvorgang an sich könnte länger dauern.

Denn neben der Bürgerschaftswahl stehen die Wahl der Beiräte beziehungsweise der Stadtverordnetenversammlung in Bremerhaven, die Wahl zum Europäischen Parlament und der Volksentscheid über die Bebauung der Bremer Galopprennbahn an. "Auch am Wahlsonntag können wir den Wählern nur empfehlen, wirklich Zeit mitzubringen, wenn sie ins Wahllokal gehen, denn es wird länger dauern, bis die Wähler alle ihre Stimmen abgegeben haben", sagt Carola Janssen, Wahlbereichsleiterin für die Stadt Bremen.

Sollten nach 18 Uhr noch Menschen am Wahllokal anstehen, so können diejenigen noch ihre Stimme abgeben, die sich im Wahlraum befinden, erklärt Janssen. "Die Wahlvorstände können die Wartenden etwas früher bitten, zusammenzurücken, damit möglichst viele Wähler noch ihre Stimme abgeben können." Wer allerdings zu spät kommt, kann nicht mehr wählen.

Auch am Wahlsonntag können wir den Wählern nur empfehlen, wirklich Zeit mitzubringen, wenn sie ins Wahllokal gehen.

Carola Janssen, Wahlbereichsleiterin

Die Wahlhelfer händigen den Wahlberechtigten nach Vorlage des Personalausweises die Stimmzettel aus. Es gibt einen Stimmzettel für die Bürgerschaftswahl (weiß), einen für die Wahl der Beiräte beziehungsweise in Bremerhaven für die Wahl der Stadtverordnetenversammlung (gelb), einen für die Wahl zum Europäischen Parlament (weiß) und einen für den Volksentscheid über die Bebauung der Galopprennbahn (grau).

Bei der Bürgerschaftswahl und der Wahl der Beiräte/Stadtverordnetenversammlung hat jeder Wahlberechtigte jeweils fünf Stimmen. Es dürfen also auf dem Wahlzettel maximal fünf Kreuze gemacht werden. Wer nur eine Partei wählen will, muss alle Kreuze bei der Gesamtliste dieser Partei vergeben. Es bleibt jedem Wähler selbst überlassen, ob er alle Stimmen an einen Politiker oder eine Partei vergibt – sogenanntes Kumulieren ("Häufeln") – oder auf mehrere Parteien und Politiker verteilt – sogenanntes Panaschieren ("Mischen"). Es sind aber auch weniger als fünf Kreuze möglich. Werden mehr als fünf Kreuze vergeben, ist der Stimmzettel ungültig. Beim Volksentscheid und bei der Wahl des Europäischen Parlamentes hat jeder Wahlberechtigte nur eine Stimme.

Wähler haben viele Fragen – und sollten Zeit mitbringen

Menschen in Wahlkabinen
Im Briefwahlzentrum kann bereits vor dem 26. Mai 2019 gewählt werden.

Bei der Briefwahl im Briefwahlzentrum und per Post müssen die Stimmzettel in eigens dafür vorgesehene Umschläge gesteckt werden. Welcher Stimmzettel in welchen Umschlag gehört, ist auf dem Kouvert angegeben. Außerdem muss der Wahlschein ausgefüllt und unterschrieben werden. Bemerkt ein Wähler, dass er einen Wahlzettel in den falschen Umschlag gesteckt hat, kann er beim Personal des Wahlamts um einen neuen bitten, erläutert Wahlbereichsleiterin Janssen. "Sobald die Unterlagen abgeschickt oder in die Wahlurne eingeworfen sind, können wir nichts mehr machen, falls ein Wahlzettel im falschen Umschlag steckt. Dann ist die Stimme ungültig", sagt Janssen. Im Briefwahlzentrum gibt es zwei Wahlurnen: eine für die Wahl zum Europäischen Parlament und eine für die drei übrigen Abstimmungen.

Wählen zwischen drei und 15 Minuten

In diesem Jahr dauert das Wählen wegen der vier auszufüllenden Stimmzettel laut Janssen länger als sonst. "Es gibt natürlich immer noch Fragen, dafür ist die Wahl dieses Mal auch zu kompliziert mit den vier verschiedenen Stimmzetteln, die man ja auch erst mal alle durchsehen muss, bevor man sich entscheidet, wo man das Kreuz macht", sagt die Wahlbereichsleiterin. Das ist die Erfahrung der Mitarbeiter im Briefwahlzentrum. "In der Regel dauert es so zwischen drei Minuten bei denen, die ganz schnell sind, die vielleicht auch vorher schon wissen, wie sie wählen möchten, und bis zu 15 Minuten."

Im Briefwahlzentrum Bremen haben bisher rund 11.000 Wähler ihre Stimme abgegeben (Stand 15. Mai 2019). In Bremen-Nord haben rund 500 Wähler persönlich ihre Briefwahl gemacht. Wie viele Menschen sich insgesamt an der Wahl per Briefwahl beteiligt haben, kann das Wahlamt erst nach der Auszählung der Stimmzettel nach dem Wahltag sagen. "Es sind insgesamt rund 68.000 Briefwahlanträge gestellt worden. Das ist mehr als vor vier Jahren", sagt Janssen.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. Mai 2019, 19:30 Uhr