Interview

Hier geht es zum Wahl-O-Mat für die Bürgerschaftswahl

Wen soll ich wählen? Hilfe bei dieser schwierigen Frage verspricht der Wahl-O-Mat – nach dem Klick. Entwickelt für Bremen – mit Bremer Hilfe.

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Wie der Wahl-O-Mat entwickelt wurde

Linn von Engelbrechten und Timo Leib sind sich einig: "Wir mussten lernen, unsere persönliche Meinung zurückzustellen." Denn nur so sei es ihnen möglich gewesen, ebenso neutrale wie präzise Thesen zu entwickeln. Die 23-jährige Studentin und der 18-jährige Gymnasiast haben den Wahl-O-Mat zur Bürgerschaftswahl am 26. Mai mitentwickelt.

Ihr bekommt kein Geld dafür, dass Ihr in den letzten Wochen am Wahl-O-mat gearbeitet habt. Weshalb habt Ihr da mitgemacht?
Timo Leib: Ich interessiere mich einfach sehr für Parteipolitik, möchte mich aber keiner Partei anschließen. Das Mitwirken am Wahl-O-Mat bot mir die Chance, die Parteien ganz genau kennenzulernen.

Linn von Engelbrechten: Ich liebe Statistik. Und beim Wahl-O-Mat lernt man, Fragen so zu formulieren, dass sie sich aussagekräftig auswerten lassen. Außerdem halte ich den Wahlomat für ein ganz wichtiges Tool, um den Leuten die Wahl schmackhaft zu machen.
Timo Leib im Portrait
Macht demnächst an der Freien Evangelischen Bekenntnisschule Bremen das Abitur: Timo Leib.
Wie entwickelt man einen Wahl-O-Mat, wie seid Ihr vorgegangen?
Timo Leib: Wir, etwa zehn bis 15 Erstwähler aus Bremen, haben uns zu einem Workshop getroffen. Mit dabei waren Referenten der Landeszentrale für politische Bildung und Politikwissenschaftlern der Uni Düsseldorf. Die haben uns dann einen Leitfaden an die Hand gegeben, um zu klären: Was interessiert uns? Was interessiert die Bürger Bremens? Was steht in den Parteiprogrammen. Dann haben wir uns in fünf Gruppen aufgeteilt und etwa 100 Thesen entwickelt. Das ganze Wochenende. Danach haben die Parteien unsere Thesen bekommen, um sie zu beantworten.
Linn von Engelbrechten im Portrait
Hat am Hermann-Böse-Gymnasium Bremen das Abitur gemacht und wird demnächst Public Policy in Berlin studieren: Linn von Engelbrechten. Bild: Linn von Engelbrechten
Klingt ganz schön aufwendig. War das nicht ziemlich trocken?
Linn von Engelbrechten: Von wegen! Wir haben natürlich alle eine Meinung zu allen möglichen Dingen. Doch jetzt mussten wir unsere Meinung erst einmal für uns behalten, um ganz neutral und sachlich die Thesen zu entwickeln. Aber in den Pausen haben wir dann diskutiert. Das hat total viel Spaß gemacht.
Wie fanden die Wissenschaftler aus Düsseldorf Bremen?
Die waren völlig fasziniert von den Bremer Stadtmusikanten. Das war ein lustiges Bild, wie da erwachsene Wissenschaftler die Füße des Esels gestreichelt haben. Es soll ja angeblich Glück bringen. Wir Bremer haben das natürlich als kleine Kinder alles schon hinter uns gebracht.
Die Präsentation des Wahl-O-Mats in der Bremer Bürgerschaft.
  • Alexander Schnackenburg

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. April 2019, 19:30 Uhr