Coronavirus: Bremer Senat entscheidet über Großveranstaltungen

  • Senat berät über Großveranstaltungen in Bremen
  • Gesundheitssenatorin warnt vor Unterschieden in den Bundesländern
  • Spahn empfiehlt, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern abzusagen
Eine anonyme Menschenmenge aus der Vogelperspektive betrachtet.
In Menschenmengen breiten sich Viren leicht aus. Deshalb gibt es Überlegungen, Großveranstaltungen abzusagen. (Symbolbild) Bild: DPA | Gravante

Die Krise um das neuartige Coronavirus ist am heutigen Dienstag Thema in der Sitzung des Bremer Senats. Dabei wird eine Entscheidung in der Frage erwartet, ob größere Veranstaltungen prinzipiell stattfinden können oder nicht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Wochenende empfohlen, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern vorläufig abzusagen, um so die Ausbreitung des Virus zumindest zu verlangsamen. Dem Vernehmen nach scheint es wahrscheinlich, dass sich der Senat für eine solche oder ähnliche Regelung ausspricht. Unklar ist aber noch, ob dies verordnet werden soll, oder die Landesregierung es bei Empfehlungen belässt.

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Twitter anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Bisher gibt es im Land Bremen über die vier bestätigten Fälle hinaus keine weiteren nachgewiesenen Infektionen mit dem Virus. Im kleinsten Bundesland stehen 18 offene Tests von begründeten Verdachtsfällen aus, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Insgesamt befinden sich dadurch 37 Personen in häuslicher Quarantäne. Ein Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Mittwoch in einem Altenpflegeheim in Bremen-Kattenesch wurde zum vorsorglichen Schutz der Heimbewohner abgesagt.

Am Montag hatten bereits die Spitzen vom Bremer Gesundheitsressort und des Gesundheitsamtes über den künftigen Umgang mit großen Events beraten, allerdings noch kein Ergebnis bekannt gegeben. Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) warnte vor einem Flickenteppich, sollten Bundesländer zu unterschiedlichen Entscheidungen kommen. Niedersachsen und auch Hamburg lehnen es bislang ab, Großveranstaltungen pauschal und vorsorglich abzusagen.

Schüler aus Niedersachsen, die aus Südtirol zurückkommen, müssen ab sofort vorsorglich für zwei Wochen in Quarantäne. Das hat die niedersächsische Landesregierung beschlossen. Dasselbe gilt für Lehrer, die bei den Schulfahrten dabei gewesen sind. Inzwischen gibt es in Niedersachsen 40 bestätigte Coronafälle. Der Landkreis Stade meldete in der Nacht vier neue Fälle.

Bremen eröffnet Corona-Ambulanz

Video vom 9. März 2020
Ein Schild zur Corona-Ambulanz an einem Holzzaun.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau am Morgen, 10. März 2020, 7 Uhr