Bremerhavener Seehafen leidet unter der Coronavirus-Krise

  • Im März und April soll der Umschlag laut BHV um 20 bis 30 Prozent zurückgehen
  • Grund für den Rückgang – fehlende Schiffe aus China
  • Coronavirus trifft auch die Niedersachsens Häfen
Ein Container-Schiff liegt an der Kaje des Container-Terminals in Bremerhaven. Hinter der Kaje stehen viele Container.
Der Umschlag am Bremerhavener Containerhafen geht zurück (Archivbild). Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

In den Seehäfen in Bremen und Niedersachsen kommen wegen der Coronavirus-Krise weniger Schiffe an, der Umschlag von Gütern bricht ein. Doch mit genauen Zahlen halten sich Häfen, Terminalbetreiber und Reedereien zurück. Um 20 bis 30 Prozent werde der Umschlag im März und April sinken, erwartet die Bremische Hafenvertretung BHV, eine Interessenvertretung von Hafen- und Logistikbranche im kleinsten Bundesland.

Es sei zu spüren, dass die Nachfrage zurückgehe, sagte BHV-Geschäftsführer Christoph Bruns der Deutschen Presse-Agentur. Doch wie sich die Krise in den kommenden Monaten entwickeln werde, sei nicht absehbar. "Wir wissen es nicht", sagte Bruns.

Container fehlen

2019 hatten die niedersächsischen Seehäfen Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven einen Anstieg des Umschlags um sieben Prozent auf 53,5 Millionen Tonnen erzielt. Bremen und Bremerhaven  schlugen 71 Millionen Tonnen um. "Wir werden Mindermengen haben im Vergleich zu vor einem Jahr", sagte ein Sprecher von Eurogate. Die Firma betreibt Containerterminals in Bremerhaven und Hamburg und den JadeWeserPort in Wilhelmshaven.

Der jetzige Rückgang resultiere aus den fehlenden Schiffsankünften aus China. In China, wo die Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 ihren Ursprung hatten, waren zu Jahresanfang wegen des Produktionsrückgangs in der Industrie viele Schiffsabfahrten gestrichen worden. Eine Folge davon ist, so die BHV, dass in den norddeutschen Häfen Container fehlen, um Waren zu verladen und zu exportieren. In den kommenden Tagen würden aber aus Fernost Schiffe mit Leercontainern erwartet.

Der Livestream vom 17. März:

Wie alle Unternehmen achten auch die Häfen auf Hygiene zum Schutz der eigenen Belegschaft, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Das mache alles "sehr zähflüssig", berichtet Timo Schön, Geschäftsführer der Hafenbetreibergesellschaft Seaports of Niedersachsen. Eine Hoffnung liegt für ihn darin, dass das Hafengeschäft in China wieder angezogen habe nach dem Höhepunkt der Corona-Krise. Bei der BHV heißt, das Wiederanlaufen der Produktion in China werde sich in den deutschen Häfen wenn überhaupt erst Ende des zweiten Quartals bemerkbar machen. Bis dahin seien weitere Rückgänge zu befürchten.

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Video vom 15. März 2020
Ein Container wird von einem Kran getragen.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. März 2020, 19:30 Uhr