Deshalb sind die Bremer Schulen dicht – und wann sie wieder öffnen

Vielen Eltern sind die neuen Corona-Regelungen durch die Notbremse noch ein Rätsel. Wann schließen die Schulen, wann dürfen sie öffnen? Und welche Zahlen gelten?

Eine FFP2-Maske liegt in einer ersten Klasse an einer Grundschule auf einem Tisch.
Die Schulen dürfen wieder öffnen, wenn der Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 165 liegt – allerdings nur im Wechselunterricht. (Symbolfoto) Bild: DPA | Sebastian Gollnow

Die Schulen müssen schließen, wenn der Corona-Inzidenzwert an drei Tagen hintereinander bei 165 oder höher lag – so will es das Infektionsschutzgesetz. Und für diese Entscheidung werden nicht die Zahlen des Bremer Gesundheitsressorts herangezogen, sondern die des Robert-Koch-Instituts, erklärt die Sprecherin des Bildungsressorts Annette Kemp. "Das ist so im Bundesgesetz festgeschrieben, da hat Bremen keine Entscheidungsfreiheit", sagt sie.

Für die Schließung der Schule in dieser Woche waren die Inzidenzwerte von vergangenen Mittwoch, Donnerstag und Freitag entscheidend. "Die lagen an zwei Tagen über 165 und an einem Tag bei 164,7 – aber das RKI hat sie aufgerundet", so Kemp. Deshalb mussten sämtliche Schulen in der Stadt Bremen schließen.

Nur die Klassen, die in diesem Jahr entweder ihren Hauptschulabschluss, ihre Mittlere Reife oder aber das Abitur absolvieren, dürfen noch in den Schulen unterrichtet werden. Alle anderen Schüler und Schülerinnen lernen von zu Hause. Für die Abiturienten gilt außerdem, dass sie drei Wochen vor den Prüfungen in Distanzunterricht gehen, damit sich niemand aus der Kohorte anstecken kann und einige Schüler oder Schülerinnen womöglich in Quarantäne müssen und ihre Prüfungen nicht ablegen können.

Wann dürfen die Schulen wieder öffnen?

Die Schulen dürfen erst wieder öffnen, wenn der Inzidenzwert an fünf Tagen hintereinander unter 165 liegt, sagt Annette Kemp. Der sechste Tag gilt als Umsetzungstag und am darauffolgenden siebten dann geht es für die Kinder und Jugendlichen wieder im Wechselunterricht in die Klassenräume. Das könnte in Bremen frühestens am kommenden Montag, dem 3. Mai, der Fall sein. Aber nur, wenn die Inzidenz-Werte des RKI bis einschließlich Freitag unter 165 liegen.

Steigt die Inzidenz zwischendurch über 165, muss neu gezählt werden, wenn sie erstmals wieder unterhalb der Marke von 165 liegt. Normaler Unterricht mit allen Schülern ist erst wieder erlaubt, wenn die Inzidenz fünf Tage unter 100 lag.

Welche Rolle spielt das Ordnungsamt?

Zuständig für die Bekanntgabe und das Inkrafttreten von Lockerungen und Verschärfung ist jedoch eine weitere Behörde: das Ordnungsamt. Alle Änderungen an der Notbremse werden erst durch die amtlichen Bekanntmachungen des Ordnungsamtes wirksam. Die Innenbehörde bestätigt auf Anfrage von buten un binnen, dass die gerundeten Inzidenzen des RKI ohne Nachkommastellen dafür die Grundlage seien.

Anders als bei der Überschreitung werden bei der Unterschreitung des Schwellenwertes von 165 nur die Werktage gezählt, teilte das Innenressort am Mittwoch mit. Eine Bekanntmachung des Ordnungsamts solle jetzt unverzüglich erfolgen. Sonn- und Feiertage zählen demnach nicht mit, wenn es um die Wiederöffnung der Schulen zum Halbgruppenunterricht geht.

Schulen haben jeweils einen Tag Vorlaufzeit

Falls die Schulen kommende Woche wieder öffnen und die Inzidenzwerte dann erneut steigen, gilt erneut: Drei Tage hintereinander muss der Wert beim RKI bei 165 oder drüber liegen, dann gibt es einen Umsetzungstag und danach schließen die Schulen erneut. Dabei sei laut Kemp egal, ob der Umsetzungstag ein Werktag sei oder nicht.

Das sagen Eltern und Lehrer zur möglichen Schulschließung in Bremen

Video vom 22. April 2021
Kinder laufen zum Eingang einer Grundschule.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 26. April 2021, 6 Uhr