CDU: Rot-Grün hat keinen Rückhalt mehr in Bremen

  • CDU-Chef Kastendiek: Menschen seien Rot-Grün überdrüssig
  • Grünen-Chefin findet den Wert ihrer Partei "gar kein schlechtes Ergebnis"
  • Linke sieht im eigenen Zugewinn das Ergebnis "konstruktiver Oppositionsarbeit"
Das Gebäude der Bremischen Bürgerschaft, deren Fenster in den Farben Schwarz, Rot, Grün, Lila, Gelb und Blau eingefärbt sind.
Die bisherige Koalitions aus SPD und Grünen hat nach einer neuen Umfrage keine Mehrheit mehr im Parlament. Bild: Imago | Michael Bahlo / Montage Radio Bremen
CDU-Politiker Jörg Kastendiek vor der Bremischen Bürgerschaft
Glaubt an einen Regierungswechsel: CDU-Chef Jörg Kastendiek (Archivbild).

Die Bremer Parteien bewerten das schlechte Abschneiden der rot-grünen Koalition in der jüngsten Wählerumfrage unterschiedlich. CDU-Chef Jörg Kastendiek erklärte, Rot-Grün habe keinen Rückhalt mehr in der Stadt. Die Menschen seien Rot-Grün überdrüssig. Man könne die SPD bei der Bürgerschaftswahl 2019 einholen und schlagen, sagte er zu Radio Bremen.

Ich denke, dass die CDU mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Carsten Meyer-Heder eine personelle Alternative hat, um stärkste Partei zu werden, um eine neue Regierung zu bilden. Und wir sind optimistisch, dass dieser Trend sich in den kommenden zwölf Monaten weiter verfestigen wird. Carsten Sieling erreicht nicht mehr die Menschen und erfüllt auch nicht mehr die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger in Bremen und Bremerhaven. Wir sind optimistisch ... dass wir stärkste Partei werden und dann auch im Mai 2019 den Bürgermeister stellen.

Jörg Kastendiek, CDU-Landesvorsitzender
Kristina Vogt (Die Linke)
Kann auf Regierungsbeteiligung hoffen: Kristina Vogt von den Linken. (Archivbild)

Die Umfrage von Infratest-Dimap sieht die Bremer SPD nur noch bei 26 Prozent – die CDU-Opposition mit 24 Prozent leicht im Plus. Die Bremer Grünen liegen bei 14 Prozent – damit wäre die Mehrheit für die jetzige Koalition weg.

Auch die Linken malen sich Chancen aus. Sie legen laut Umfrage deutlich auf 15 Prozent zu. Das sei das Ergebnis konstruktiver Oppositionsarbeit, sagte Linken-Fraktionschefin Kristina Vogt zu Radio Bremen.

Die Umfrage zeigt, dass die Bremer und Bremerinnen keinen weiteren rot-grünen Stillstand wollen. Das ist ziemlich eindeutig. Die CDU kann aber auch nicht punkten. Es reicht eben nicht aus, wenn man lediglich ein neues Gesicht präsentiert.

Kristina Vogt, Fraktionschefin der Linken

Für Grüne sind Ergebnisse nicht in Stein gemeißelt

Alexandra Werwath
Will mehr mit den Menschen kommunizieren: Grünen-Chefin Alexandra Werwath. (Archivbild)

Grünen-Chefin Alexandra Werwath sprach von einer "Momentaufnahme". Abgerechnet werde am Wahltag. Man wolle aber auf jeden Fall das Ergebnis von 2015 halten. Rot-Rot-Grün bezeichnete Werwath als "interessante Kombination".

Für uns ist klar, dass wir als Grüne als eigenständige Kraft in diesen Wahlkampf gehen werden und nicht unbedingt nur für eine Koalition streiten. Unser Ansporn ist es jetzt, weiter zuzulegen. Ich finde, 14 Prozent ist nach drei Legislaturen gar kein schlechtes Ergebnis. Ich habe auch gleichzeitig verstanden: wir müssen offener und kommunikativer in die Stadtgesellschaft hineingehen.

Alexandra Werwath, Grünen-Chefin

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Für die FDP zeigen die Ergebnisse, dass Rot-Grün abgewählt sei. "Ich glaube, das heißt auch etwas, dass die Bremer anders regiert werden wollen", sagte der stellvertretende Fraktionschef Magnus Buhlert zu Radio Bremen. "Die Bremer wollen einen andere Regierung, und dem werden sich alle Parteien stellen müssen. Deswegen nehmen wir die 7 Prozent für die FDP auch als Ansporn wieder guten Wahlkampf zu machen."

Die SPD äußerte sich auf Anfrage von Radio Bremen bisher nicht.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 1. Mai 2018, 18 Uhr