Bremer FDP: Wiedereröffnung des Brilltunnels soll geprüft werden

  • Schwerer Unfall entfacht Diskussionen um Sicherheit am Brill
  • Verkehrsbehörde setzt auf zusätzliche Ampeln und prüft Tempo 30
  • CDU sieht stationäre Blitzer als einzige Lösung an
Kreuzung am Brill
Die Verkehrssituation an der Brill-Kreuzung beschäftigt nun auch die Politik (Archivbild).

Die Diskussion um die Verkehrsführung an der Brill-Kreuzung geht weiter. Jetzt fordert die FDP, die Wiedereröffnung des Brilltunnels zu prüfen. Vor einer Woche waren zwei Menschen bei einem schweren Unfall auf der Kreuzung ums Leben gekommen. Die Verkehrsbehörde hatte daraufhin angekündigt, Tempo 30 am Brill zu prüfen. Außerdem sollen an drei Stellen zusätzliche Ampeln für Fußgänger gebaut werden.

Die FDP-Fraktionsvorsitzende, Lencke Steiner, hält das für einen "Schnellschuss". Dadurch werde die Situation nicht wirklich entschärft. "Außerdem befürchten wir dadurch ein erhöhtes Staurisiko." Stattdessen solle der Senat den Fokus auf eine sichere Überquerung der Bürgermeister-Smidt-Straße legen. Außerdem bringt Steiner die Verlegung der Haltestelle am Brill und die Wiedereröffnung des Brilltunnels ins Spiel. Sogar eine "Nutzung als Unterführung für Autos" will sie technisch und wirtschaftlich prüfen lassen.

Für die CDU ist die Wiedereröffnung des Brilltunnels keine Option. Der verkehrspolitische Sprecher, Heiko Strohmann, sagt: "Der Brilltunnel wurde auch geschlossen, weil er als Wegeführung zu unattraktiv war und nicht akzeptiert wurde." Menschen, die schnell zur Bahn wollten, würden sich für den oberirdischen Weg entscheiden. Auch das vorgeschlagene Tempolimit und die zusätzlichen Ampeln lehnt die CDU ab. Das einzige, was nach Strohmanns Ansicht helfen würde, wären festinstallierte Blitzer, die die Autofahrer kontrollieren.

Verkehrsbehörde will Brilltunnel nicht wiedereröffnen

Von der Idee, den Brilltunnel wieder aufzumachen, hält man in der Behörde von Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) gar nichts. Der Sprecher des Senators, Jens Tittmann, sagte auf Anfrage von buten un binnen bereits am Donnerstag: "Wir haben keine Veranlassung den Tunnel zu öffnen." Zur Frage des zusätzlichen Fußgängerüberwegs an der Schlachte sagte er: "Die Frage ist, warum die Leute an der Schlachte einfach die Straße überqueren." Wenn sie runter zur Weser und dann wieder hochgingen, hätten sie so etwas wie einen Brilltunnel, meinte Tittmann.

Währenddessen kritisiert auch die Linke, dass die bisherigen Überlegungen der Verkehrsbehörde zu kurz greifen. Vor allem müsse auch die Martinistraße mitbedacht werden. "Der Verkehr in diesem Bereich muss generell neu gedacht werden", fordert Michael Horn, Mitglied des Landesvorstands der Bremer Linke. "Komplette Rotphasen auf beiden Verkehrsachsen für alle motorisierten Verkehrsteilnehmer könnten für eine echte Entschleunigung sorgen."

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. Juli 2018, 19:30 Uhr