Kritik an Autogipfel zur E-Mobilität: Motor austauschen reicht nicht

  • Maike Schaefer kritisiert Ergebnisse des Autogipfels
  • Daimler-Betriebsrat in Bremen spricht von Schritt in richtige Richtung
  • Beschlossen wurden höhere Kaufprämien und mehr Ladestation für E-Autos
Zapfhahn einer Elektro-Tankstelle
Die Bundesregeirung will den Kauf von E-Autos stärker fördern.

Bremens Senatorin für Verkehr kritisiert die Ergebnisse des Autogipfels der Bundesregierung. Es sei zwar "schön, dass die Bundesregierung im Jahr 2019 endlich aufgewacht" sei, so der Sprecher von Maike Schaefer (Grüne). Allerdings seien die Ziele, was die finanzielle Ausstattung und die Geschwindigkeit anbelange, bei weitem nicht ausreichend. "Obendrein wird hier lediglich bei Autos der Motor ausgetauscht, anstatt viel mehr in den ÖPNV und Fahrradverkehr zu investieren."

Zufrieden ist der Betriebsrat des Bremer Daimler-Werks. Der Vorsitzende, Michael Peters, sagte zu buten un binnen: "Es ist wichtig, das etwas passiert, ein Schritt in die richtige Richtung". Bislang würden Ladestationen fehlen und Kunden würden dadurch abgeschreckt, sich ein E-Auto anzuschaffen. Auch er verlangt aber weitere Schritte. "Es muss noch mehr passieren." Der Bremer Daimler-Standort profitiere derzeit von der E-Mobilität. So wird das erste Elektrofahrzeug von Daimler in Bremen hergestellt. "Wir würden uns freuen, wenn E-Mobilität noch anzieht. Das wäre positiv für unseren Standort."

Bremen ist ein Aufbauwerk. Der Antrieb wird geliefert. Wir können Autos mit Verbrennungsmotor oder Hybridtechnik und Elektroautos bauen.

Michael Peters, Betriebsratsvorsitzender bei Daimler in Bremen

Höhere Prämie und mehr Ladestationen für E-Autos beschlossen

Eine höhere Kaufprämie für Elektroautos und mehr Ladestationen – das waren Kernergebnisse des sogenannten Autogipfels. Kunden können sich auf höhere Zuschüsse einstellen, wenn sie E-Autos kaufen. Die bisher bis Ende 2020 befristete Kaufprämie soll deutlich aufgestockt und verlängert werden – und zwar Plänen zufolge bis Ende 2025. Die vor mehr als drei Jahren eingeführte Prämie blieb bisher hinter den Erwartungen zurück. Bund und Autoindustrie wollen wie bisher jeweils zur Hälfte die Kosten übernehmen. Zu den genauen Summen gab es keine Angaben, es dürfte sich aber um Milliarden handeln. Für die bestehende Prämie steuern Bund und Industrie jeweils 600 Millionen Euro bei.

Konkret soll der Zuschuss um 50 Prozent bei E-Fahrzeugen bis zu einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro und um 25 Prozent bei teureren Fahrzeugen bis zu einer Grenze von 65.000 Euro steigen. Das bedeutet, dass die Prämie für rein elektrische Autos unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro von derzeit 4.000 Euro auf 6.000 Euro steigt – und für Autos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro auf 5.000 Euro. Auch für Plug-in-Hybride soll der Zuschuss steigen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 5. November 2019, 6 Uhr