Personalrat nennt Corona-Regeln an Bremer Schulen "unverantwortlich"

  • Seit Donnerstag gelten neue Regeln für die Quarantäne an Schulen
  • Personalrat Schulen fürchtet, dass kaum noch Schüler in Quarantäne müssen
  • Verantwortung werde auf Schulleitungen und Personal übertragen
Dauerzustand in Corona-Zeiten: Eine Schülerin öffnet ein Fenster zum Lüften.
Dauerzustand in Corona-Zeiten: Regelmäßiges Lüften ist eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Bild: DPA | Daniel Bockwoldt

Der Personalrat Schulen bezeichnet die neuen Quarantäne-Regeln als unverantwortlich und realitätsfremd. In einem Schreiben heißt es, dass die seit vergangenem Donnerstag geltenden neuen Regelungen zu "erheblichem Unmut und Unverständnis" in den Schulen geführt hätten.

Hintergrund der Kritik ist die 21. Corona-Verordnung, die seit Donnerstag gilt. Darin heißt es, dass nur noch in Quarantäne muss, wer länger als 15 Minuten ohne Maske und weniger als 1,50 Meter Abstand Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Oder wer länger als 30 Minuten mit einer infizierten Person in einem schlecht gelüfteten Raum war. Außerdem gilt ab der 7. Klasse an allen Schulen eine Maskenpflicht – auch im Unterricht.

Kaum noch Quarantäne für Kontaktpersonen an Schulen?

Der Personalrat befürchtet, dass mit diesen Regelungen kaum noch Schülerinnen und Schüler oder Personal an Schulen in Quarantäne geschickt werden. In Kombination mit der neuen Teststrategie, nach der nur Personen mit Symptomen getestet werden, führe das dazu, dass weniger Infektionen entdeckt würden. Man frage sich, was das Ziel dieses Vorgehens sei, heißt es weiter in dem Schreiben: "Einfach weniger genau hinschauen, damit die Infektionszahlen 'sinken'?"

Weil nun das Personal in den Schulen dauerhaft überprüfen müsse, ob regelmäßig gelüftet wird und die Masken richtig getragen werden, übertrage die Behörde die Verantwortung über das Infektionsgeschehen auf Schulleitungen und das Personal. Man sei dabei zu prüfen, welche rechtlichen Mittel gegen die neuen Quarantäneregelungen zur Verfügung stehen.

Behörde weist Kritik zurück

Aus der Behörde heißt es dazu, dass die Aufgabe der Nachverfolgung weiterhin beim Gesundheitsamt und nicht bei den Lehrkräften liege. Außerdem könnten sich Beschäftigte an Schulen und Kitas in vier Ambulanzen testen lassen. Man plane an vier Schulen sogenannte Reihentestungen an Schülerinnen und Schülern auf freiwilliger Basis vorzunehmen.

So viele Schüler und Lehrer sind positiv auf Corona getestet worden

Video vom 21. November 2020
Grafik mit den Angaben über corona-infizierte Schüler*innen und Beschäftige an Schulen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen 21. November 2020, 19:30 Uhr