Bremer Lehrer demonstrieren gegen hohe Arbeitsbelastung

  • Demonstration von etwa 200 Schul-Beschäftigten
  • Überlastung war zuvor Thema einer Personalversammlung
  • Personalrat Schule fordert weniger Unterrichtsstunden für Lehrer
Zwei Frauen halten Schilder hoch und demonstrieren gegen Überlastung von Lehrern.
Etwa 200 Lehrerinnen und Lehrer demonstrierten am Mittwochmittag gegen zu hohe Arbeitsbelastung.

In der Bremer Innenstadt haben am Mittwochmittag etwa 200 Beschäftigte der Schulen demonstriert. Sie fordern eine geringere Arbeitsbelastung für Lehrkräfte. Der Demonstrationszug lief von der Bürgerweide zum Marktplatz. In der Messehalle 7 hatte zuvor eine Personalversammlung aller Schul-Beschäftigten stattgefunden.

An der Versammlung hatten etwa 2.000 Menschen teilgenommen. Das ist etwa ein Drittel aller Beschäftigten an den stadtbremischen Schulen. Daher kam es am Morgen auch zu Unterrichtsausfällen. Für die jüngeren Schüler hatten viele Grundschulen eine Notbetreuung angeboten.

Überstunden und Überbleastung sorgen für Ärger

Das Hauptthema der Personalversammlung war die Arbeitsüberlastung vieler Lehrer und Lehrerinnen. Vor allem die Überstunden sorgen für viel Wut und Ärger bei den Pädagogen in Bremen. Nach Angaben des Personalrats arbeiten viele Lehrkräfte bis zu 48 Stunden in der Woche. Die Gründe für die zu hohe Arbeitsbelastung seien die vielen Aufgaben außerhalb des Unterrichts, die Inklusion und fehlendes Personal. Deswegen fordert die Personalsrats-Vorsitzende Angelika Hanauer: "Wir brauchen wieder eine Diskussion darüber, wieviel Kooperations- und Präsenzzeit in der Schule eigentlich sinnvoll ist. Eine Verlagerung zwischen Unterricht und außerunterrichtlicher Arbeit muss dringend erfolgen."

Bremer Lehrerinnen und Lehrer demonstrieren auf dem Marktplatz
Der Demonstrationszug endete auf dem Marktplatz.

Die zu hohe Arbeitsbelastung hat auch schon Auswirkungen auf die Gesundheit und das Privatleben der Lehrer. Es kommt nach Hanauers Worten inzwischen immer häufiger vor, dass sich vor allem Teilzeitkräfte krank melden, weil sie zu viel arbeiten müssten.

Der Personalrat Schulen fordert unter anderem, dass die Lehrer weniger Unterrichtsstunden geben müssen und stattdessen mehr Zeit für die Vorbereitung des Unterrichts bekommen. Und so auch mehr Zeit für die Arbeit mit den Kindern und Eltern hätten.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 19. Februar 2020, 6 Uhr