Bremer Mietspiegel soll kommen: Experte sagt Mieterhöhungen voraus

Video vom 23. Juni 2021
Ein Mietvertrag liegt auf Bargeld.
Bild: Imago | Eibner
Bild: Imago | Eibner

Der Mietspiegel wird teilweise zu leichten Mieterhöhungen führen, sagt Steffen Sebastian von der Uni Regensburg. Manche könnten aber auch profitieren.

Der Mietspiegel für Bremen wird in den ersten Monaten nach der Einführung für "gewisse Änderungen und Ärger" sorgen, sagte Steffen Sebastian, Experte für Immobilien-Finanzierung von der Universität Regensburg, im Studio von buten un binnen. Vermieter bekämen die Möglichkeit, sich mit Blick auf den Mietspiegel zu überlegen, "ob sie eine Mieterhöhung machen können", sagte der Mitautor eines Mietspiegel-Reports.

Dann sind das immer noch sehr, sehr moderate Mieterhöhungen auf die sogenannte ortsübliche Vergleichsmiete – also diese Mietspiegel-Miete. Und die ist eben, so wie sie berechnet wird, per Konstruktion niedriger als die Marktmiete.

Steffen Sebastian, Universität Regensburg

Allerdings werde es auch einen Anteil von Mietern geben, die durch die Mieterhöhungen – "und seien sie auch noch so moderat – in Schwierigkeiten geraten", sagte Sebastian. Wie hoch der Anteil sein werde, könne er nicht abschätzen. Es sei damit zu rechnen, dass diese Menschen Wohngeld-Anträge stellen und "darauf muss die Stadt Bremen vorbereitet sein", sagte Sebastian. "Weil das sind Anträge, die müssen dann auch sehr schnell abgearbeitet sein."

Hohe Mieten könnten korrigiert werden

Grundsätzlich sorge der Mietspiegel aber für einen guten Mieterschutz gegen überzogene Mieterhöhungen, sagte Sebastian und auch die Mietpreisbremse könne dann in Bremen greifen. "Sehr aggressive Mieterhöhungen – auf der Basis von drei Vergleichsmieten – werden in Zukunft nicht mehr möglich sein." Außerdem bekämen Mieter auch die Möglichkeit, die Höhen ihrer Mieten zu überprüfen.

Man darf nicht vergessen, es wird jetzt auch eine Reihe von Mietern geben, die werden sich ebenfalls ihre Miete ganz genau anschauen und gucken, ob die mit dem Mietspiegel vereinbar sind – ob sie die Anforderungen der Mietpreisbremse erfüllen.

Steffen Sebastian, Universität Regensburg

Deshalb prognostiziert Sebastian auf beiden Seiten einen enormen Informationsbedarf. Deshalb sei die Stadt gut beraten, in den ersten Monaten nach der Einführung zusätzlich zu den Angeboten der Mieter- und Vermieter-Verbände, auch eigene Beratungsangebote zu schaffen.

Mietspiegel soll Mieten in Bremen vergleichbar machen

Video vom 23. Juni 2021
Balkone an einem Mietshaus aus den 60er-Jahren in der Bremer Neustadt.
Bild: Radio Bremen | Martin von Minden
Bild: Radio Bremen | Martin von Minden

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. Juni 2021, 19:30 Uhr