Bremen doch nicht Spitzenreiter bei Wohnnebenkosten?

  • Bau- und Finanzressort kritisieren Ranking des Bunds der Steuerzahler
  • Vergleich erklärte Bremen zu einer der teuersten Städte in Deutschland
  • Streitpunkt sind Gebühren für Straßenreinigung
grüne Spielfiguren stehen auf Münzen
Bremen wehrt sich gegen den Vorwurf, bei den Wohnnebenkosten die teuerste Landeshauptstadt zu sein. Bild: DPA | Klaus Ohlenschläger

Das Bau- und das Finanzressort haben bestritten, dass die Wohnnebenkosten in Bremen überdurchschnittlich hoch sind. Ein entsprechendes Ranking des Bundes der Steuerzahler sei unseriös, sagte der Sprecher des Bauressorts, Jens Tittmann.

Für den Steuerzahlerbund sind Bremens hohe Grundsteuer-Abgaben Schuld. Deshalb sei die Stadt bei den Wohnnebenkosten eine der teuersten in Deutschland. Doch die Landesregierung bestreitet das. Schließlich habe der Steuerzahlerbund selbst Bremen letztes Jahr noch im Mittelfeld gesehen. Erst durch eine geänderte Berechnung gelte die Stadt plötzlich als Spitzenreiter bei den Wohnnebenkosten.

"Vergleich hinkt"

Der Streitpunkt sind die Gebühren für die Straßenreinigung. In den meisten Städten fallen sie an, nicht aber in Bremen. Der Steuerzahlerbund habe das aber nicht berücksichtigt. Vielmehr tauchten die Kosten für die Straßenreinigung im Städteranking neuerdings gar nicht mehr auf. Finanzsenatorin Karoline Linnert: "Der Vergleich hinkt. Natürlich gehört eine Straßenreinigungsgebühr – wenn vorhanden – zu den Nebenkosten. Diesen Aspekt einfach auszuklammern, verfälscht das Ergebnis. Der vergleichsweise hohe Bremer Hebesatz der Grundsteuer basiert auf dem Fakt, dass hier keine Straßenreinigungsgebühr erhoben wird.“

Der Sprecher des Bauressorts, Tittmann, hält die Studie deshalb für unseriös. "Je nachdem, welche Parameter man reinrechnet oder rauslässt, kann man Bremen vom letzten Platz auf den ersten Platz rumrechnen. Daher ist diese Studie nicht wirklich ernst zu nehmen", sagte er.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 12. Juli 2018, 14 Uhr