Evangelische Kirche sieht kostenlose Kita noch skeptisch

  • Die Evangelische Kirche hält den Plan im Moment noch für zu teuer
  • Der Leiter der evangelischen Einrichtungen warnt vor Überforderung
  • Auch Gewerkschaft GEW und Linke befürchten schlechtere Betreuung
Spielende Kinder in einer Kindertagesstätte
Niedersachsen ist mit der kostenlosen Kita vorgeprescht, jetzt will Bremen möglichst schnell nachziehen. Bild: Imago | Westend61

Die evangelische Kirche sieht den Bremer Plan skeptisch, die Kindergartenplätze schon bald kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dafür sei zur Zeit kein Geld da, argumentiert der Leiter der evangelischen Tageseinrichtungen, Carsten Schlepper im buten-un-binnen-Interview. Denn das zugesagte Geld vom Bund reiche nicht aus, um alles gleichzeitig zu machen, warnt Schlepper und zählt auf: Es müsse der Erzieherjob attraktiver gemacht werden, die Qualität in den Kitas müsse sich verbessern und dann solle auch noch der Ausbau gelingen. Ohne die Beiträge der Eltern gehe das im Moment nicht. Langfristig, das gesteht Schlepper aber zu, sei es das Ziel, die gesamte Kindertagesbetreuung kostenfrei zu gestalten.

Ähnliche Worte hört man von der Linken und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Auch sie wollen, dass die Kindertagesbetreuung grundsätzlich kostenlos ist. Die GEW befürchtet aber auch, dass die Qualität der Kitas in Bremen leidet. Der Bremer Landeschef der Gewerkschaft, Christian Gloede, gibt der großen Koalition in Berlin dafür die Schuld. Die habe es verpasst, Besserverdienende höher zu besteuern. Mit diesem Geld hätte man den Bildungsbereich besser ausstatten können.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 13. März 2018, 16 Uhr