Wie können wieder möglichst viele Kinder in Bremer Kitas kommen?

Die Kitas werden schrittweise wieder geöffnet – das hat der Bremer Senat beschlossen. Doch auch nach dem neuen Plan bleiben erst einmal viele Kinder ohne Betreuung.

Blick in das Spielzimmer einer Kita mit einem leeren Tisch und Stühlen (Symbolbild)
Verwaiste Kitas: In Bremen sollen schrittweise immer mehr Kinder wieder Betreuung bekommen – nach Zielgruppen gestaffelt. Bild: DPA | Markus Gilliar

Viele Eltern managen seit zwei Monaten Kinder und Job gleichzeitig. Kinder vermissen ihre Freunde und Betreuer aus der Kita. Während die Notbetreuung in den Bremer Kitas bereits nach und nach ausgedehnt wurde, hat das Bremer Bildungsressort nun einen Fahrplan vorgelegt, wie schrittweise immer mehr Kinder wieder in den Kitas betreut werden können. Dazu sollen auch die Gruppen vergrößert werden: Nach dem Konzept der Bildungsbehörde zur weiteren Öffnung sollen in den Gruppen mit Kindern unter drei Jahren und solchen mit gemischten Altersgruppen zunächst maximal acht Kinder sein. Besteht eine Gruppe aus Kindern über drei Jahren sollen maximal zehn Kinder zusammen betreut werden.

Kita-Fahrplan: Alle Vorschulkinder ab 1. Juni betreuen

Das Konzept sieht folgenden Zeitplan vor: Ab dem 18. Mai sollen alle Kinder mit Sprachförderbedarf und Vorschulkinder, die Kitas in sozialen Index-Lagen besuchen, Betreuung bekommen, wenn auch in einem begrenzten Umfang. In die Beurteilung einer sogenannten sozialen Index-Lage fließen laut Bildungsressort Indikatoren aus den Bereichen Bildung, Sicherheit, Einkommen, Arbeit und Partizipation ein. Das dient dazu, zu ermitteln, wie hoch die sozialen Belastungen sind, denen Kinder in der entsprechenden Kita ausgesetzt sind. 32 Prozent der Kitakinder in der Stadt Bremen sollen so Betreuung bekommen.

Zwei Wochen später, ab dem 1. Juni, sollen alle Vorschulkinder folgen. Damit wären 40 Prozent der Kinder wieder in Betreuung. Für Kinder mit anerkanntem Förderbedarf stehen die Frühförderangebote zur Verfügung. Sollte es die Infektionslage erlauben, sind ab 15. Juni Öffnungen für weitere Kinder angedacht.

Elternvertretung setzt sich für breitere Öffnung ein

Das bedeutet im Umkehrschluss: Ein erheblicher Anteil der Kinder muss weiterhin ohne Betreuung in der Kita auskommen. Petra Katzorke vom Vorstand der Bremer Zentralelternvertretung (ZEV) sieht deshalb auch Schwierigkeiten auf die Eltern zukommen. "Es kann nicht sein, dass die Wirtschaft Rettungsfonds wegen der Coronakrise bekommt, aber die finanziellen Einbußen in Familien bei den Eltern hängen bleiben." Die Einbußen könnten zum Beispiel dadurch entstehen, dass Eltern Wochenarbeitsstunden reduzieren mussten.

Die ZEV geht davon aus, dass man zu gegebenem Zeitpunkt die derzeitige Strategie der Öffnung für bestimmte Zielgruppen in eine neue ändern muss, die darauf abzielt, möglichst viele Kinder wieder in Betreuung zu bringen. Nach dem Konzept der Bildungsbehörde soll auch der Kontakt zu den Kindern gewahrt werden, die derzeit nicht in die Kita kommen dürfen – zumindest einmal pro Woche. Das begrüßt die ZEV. Eine weitere Möglichkeit, mehr Kinder betreuen zu lassen, könnte ihrer Meinung nach darin bestehen, dass feste Gruppen von Kindern nur an bestimmten festen Tagen in der Woche in die Kita kommen. Allerdings stellt sich laut Bildungsbehörde dabei ein Problem: Die Fachkraft einer festen Gruppe in der Kita dürfte bei dieser Lösung nicht auch für eine andere Gruppe zuständig sein, da sich ansonsten die mögliche Infektionskette verdoppelt, teilt die Bildungsbehörde mit. Hintergrund: In der Kita mit teils sehr jungen Kindern müsse davon ausgegangen werden, dass sich das Abstandsgebot nicht einhalten lasse. Es gebe aber nicht überall genug Personal, als dass eine Betreuerin oder ein Betreuer nur für eine Gruppe zuständig sein könnte.

So trifft die Corona-Krise junge Familien in Bremen

Video vom 10. Mai 2020
Eine Familie, mit drei Kindern, sitzt auf ihrer Terrasse. Die Mutter hält ein Buch in der Hand, welches sie den Kindern vorliest.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Mai 2020, 19:30 Uhr