Keine Rückkehr in den Regelbetrieb an Bremer Kitas

  • Bremen hält den Betrieb in Kitas indes zunächst weiter eingeschränkt
  • Ein Schnupfen solle ein Kind aber nicht von der Betreuung ausschließen
  • Einige Kitas hatten sich zuletzt geweigert, Kinder mit leichten Infekten zu betreuen
Zwei Kinder spielen draußen
Volle Fahrt voraus: Während die Kitas in Niedersachsen mehr oder weniger wieder in den vollständigen Regelbetrieb gehen, wartet Bremen noch ab. Bild: DPA | Rolf Vennenbernd

Niedersachsen nimmt zum 1. August den Regelbetrieb in Kindergärten wieder auf. In den vergangenen vier Wochen mit einem eingeschränkten Regelbetrieb und großen Gruppen habe sich gezeigt, dass die Kitas nicht zu einem Hotspot von Corona-Infektionen geworden sind, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Freitag in Hannover. "Wir nähern uns damit stark einem Kita-Alltag, wie wir ihn vor Corona kannten." Auch die Neuaufnahme von Kindern sei wieder möglich. Befristet dürfen die Kindergärten bis zu den Herbstferien weiterhin fachfremdes Personal einstellen, wenn Erzieherinnen oder Erzieher coronabedingt ausfallen.

In Bremen hingegen wird der eingeschränkte Betrieb in den Kitas auch nach den Sommerferien zunächst nicht ausgeweitet. Das erklärte das Ressort für Kinder und Bildung vergangene Woche im Rahmenkonzept für das Kita- und Schuljahr 2020/21. Der Grund: Es stehe nach wie vor nicht alles an Personal zur Verfügung, weil Beschäftigte zur Risikogruppe gehören. Hinzu kämen "organisatorisch notwendige Anpassungen und kurzfristige Einschränkungen des Angebots aufgrund des Infektionsschutzes", so Senatorin Claudia Bogedan (SPD).

Kinder brauchen kein Attest bei leichtem Schnupfen oder Husten

Immerhin: Die Fallzahlen seien gering genug, dass man auf ein Attest von Kindern bei lediglich leichten Erkrankungen verzichten könne. Darauf hat sich das Bildungsressort mit den Gesundheitsämtern sowie den Kinder- und Jugendärzten in Bremen verständigt. Die Kinder sollten möglichst viel Normalität erfahren, so die Senatorin. Leichte Erkältungssymptome seien "kein hinreichender Grund, um Zuhause zu bleiben" oder die Kinder von der Betreuung auszuschließen. Einige Kitas hatten sich in den vergangenen Wochen geweigert, Kinder mit Schnupfen zu betreuen.

Stefan Trapp, Vorsitzender des Bremer Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, zeigte sich darüber erleichtert: "Wir sind froh, dass hier gemeinsam mit den Senatorinnen eine pragmatische Lösung gefunden wurde. Durch den Verzicht auf unnötige Arztbesuche können wir Kinder- und Jugendärzte uns auch im Herbst mit vielleicht steigenden Infektionszahlen auf die Versorgung der Kranken konzentrieren."

Video vom 9. Juni 2020
Petra Katzorke der zentralen Elternvertretung Bremen im Studio von buten un binnen.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 24. Juli 2020, 14 Uhr