Amtsgericht setzt missbrauchsverdächtigen Polizisten auf freien Fuß

Video vom 27. Juli 2021
Blaues Schild mit dem Schriftzug Polizei an einer Hauswand.
Bild: DPA | Torsten Sukrow/Sulupress.de
Bild: DPA | Torsten Sukrow/Sulupress.de
  • Wegen sexuellem Missbrauchs verdächtiger Polizeibeamter auf freiem Fuß
  • Grundlage ist eine Entscheidung des Amtsgerichts Bremen
  • Haftbefehl-Antrag der Bremer Staatsanwaltschaft abgelehnt

Ein des sexuellen Missbrauchs verdächtiger Polizeibeamter in Bremen ist vom Amtsgericht auf freien Fuß gesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft habe einen Haftbefehl gegen den 57-Jährigen beantragt, der vom Amtsgericht aber abgelehnt worden sei. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag. Das Amtsgericht sieht demnach keine Wiederholungsgefahr. Zur Begründung habe es erklärt, dass der Beamte nicht mehr im Dienst sei und damit seine Position nicht mehr ausnutzen könne, so der Sprecher.

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Video vom 27. Juli 2021
Reporter Uwe Wichert im Studiogespräch.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Der Polizist soll im Amt eine Frau zu sexuellen Handlungen genötigt haben. Er war nach Polizeiangaben am vergangenen Donnerstag festgenommen worden. Auch wurde ihm die Ausübung seiner Dienstgeschäfte verboten. Er musste Dienstausweis und Waffe abgeben.

Gegen den Polizisten war schon 2017 Anzeige wegen eines anderen Sexualdeliktes erstattet worden. Damals sei der Mann lediglich umgesetzt und nicht des Dienstes enthoben worden. Es habe kein Anlass bestanden, ihn aus dem Bürgerkontakt zu entfernen, sagte ein Polizeisprecher.

FDP: Hätte der Mann als Kontaktpolizist arbeiten dürfen?

Das werfe Fragen auf, wie anschließend von der Polizei gehandelt wurde, sagt der Bremer CDU-Innenpolitiker Marco Lübcke. Auch Birgit Bergmann von der FPD stellt in Frage, ob es richtig gewesen sei, den Mann weiter als Kontaktpolizisten einzusetzen.

Innensenator Mäurer äußert sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht zum Verdacht gegen den Polizeibeamten. Der Bürger-in-Wut-Politiker Timke kritisiert das Schweigen des Senators und sagte, Mäurer müsse sich jetzt deutlich vor die Polizei stellen.

Bislang keine Hinweise auf andere aktuelle Fälle

Angesichts der neuen Vorwürfe rief die Polizei weitere möglicherweise betroffene Frauen auf, sich zu melden. Bis Dienstag seien aber keine Hinweise auf andere Fälle eingegangen, sagte ein Polizeisprecher.

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Schild der Polizei Bremen am Präsidium Bremen-Vahr.
Bild: Radio Bremen
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