Impfaktionen für Bremer Jugendliche starten in dieser Woche

Gesundheitsminister einigen sich auf Impfung für Jugendliche ab 12

Jugendlicher vor einer Corona-Impfung (Symbolbild)
Bild: DPA | Frank Hoermann/Sven Simon
Bild: DPA | Frank Hoermann/Sven Simon
  • Gesundheitsminister einigen sich auf breites Impfangebot für Jugendliche
  • Im Bremer Impfzentrum öffnet ab Freitag eine neue Impfstraße
  • In Bremerhaven gibt es morgen eine Impfaktion für 12- bis 15-Jährige

Alle Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sollen sich bald impfen lassen können. Das haben die Gesundheitsminister der Länder in Absprache mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beschlossen. Gerade zum Corona-Schutz für den Schulstart nach den Sommerferien wollen nunmehr alle Länder Impfungen für 12- bis 17-Jährige auch in Impfzentren oder auf andere niedrigschwellige Weise anbieten. Bislang war das nur in Arztpraxen möglich.

Bremen arbeitet schon seit etwa zwei Wochen daran, das Impfangebot für die Altersgruppe zu erweitern. Im Impfzentrum auf dem Messegelände öffnet am Freitag daher eine neue Impfstraße, so der Sprecher des Gesundheitsressorts Lukas Fuhrmann. "Dort arbeiten dann nur Kinder- und Jugendärzte". Die Mediziner sollen Fragen zur Impfung klären und bei Impfreaktionen helfen. Die können bei jungen Menschen möglicherweise anders ausfallen als bei Erwachsenen, so Fuhrmann.

Einmalige Impfaktion in Bremerhaven

In Bremerhaven haben Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren bereits an diesem Mittwoch zwischen 14 und 18 Uhr die Möglichkeit, sich mit dem Impfstoff Biontech im Impfzentrum in der Stadthalle impfen zu lassen. Dies ist laut Magistrat der einzige Termin für diese Altersklasse, da das Impfzentrum Ende des Monats schließt und nur noch an diesem Mittwoch Erstimpfungen möglich sind.

Die Zweitimpfung findet ausschließlich am Mittwoch, 25. August, zwischen 14 und 18 Uhr statt. Kinder- und Jugendliche müssen von einem Elternteil begleitet werden. Termine können unter 0421/5775-1177 vereinbart werden. Rund 200 Kinder und Jugendliche können dieses Angebot wahrnehmen. Eine Impfung ohne Termin ist erst ab 16 Jahren möglich. Der Magistrat rät allen, die diesen Termin nicht wahrnehmen können, sich an die Kinderärzte zu wenden.

Keine Empfehlung seitens der Stiko

Die Impfung der Altersgruppe gilt als nicht unumstritten, denn die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind zwar von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA ab 12 Jahren zugelassen, eine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt es allerdings nach wie vor nicht.

Die Stiko empfahl die Impfungen nur für Kinder mit höherem Risiko für schwerere Corona-Verläufe, etwa wegen Vorerkrankungen wie Diabetes. Über die Rolle der Stiko wird daher weiter gestritten. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte im Deutschlandfunk, sie vertrete in dieser Frage eine "Außenseiterposition". Die wesentlichen Studien zeigten, dass eine "Durchseuchung" mit der Delta-Variante des Coronavirus gefährlicher sei als eine Impfung.

Die Fraktionschefin der AfD im Bundestag, Alice Weidel sagte, die Minister dürften die Stiko-Empfehlungen nicht einfach übergehen. Jugendliche ohne gesundheitliche Vorbelastung bräuchten keine Impfung. Stiko-Chef Thomas Mertens bekräftigte im NDR, es gebe noch zu wenige Daten über mögliche Folgeschäden. Es könne sein, dass die Empfehlung geändert werde. "Aber sicher nicht, weil Politiker sich geäußert haben."

Das jetzige Angebot zur individuellen Entscheidung von Eltern und Kindern stehe jedenfalls im Einklang mit den Empfehlungen der Stiko, hieß es von Gesundheitsminister Spahn. Laut seinem Ministerium wurden bereits 900.000 Kinder zwischen 12 und 17 geimpft.

Ab Freitag können Bremer Jugendliche Corona-Impftermine buchen

Video vom 2. August 2021
Der Sprecher des Gesundheitsressorts Bremen, Lukas Fuhrmann, steht vor dem Gebäude der Gesundheitssenatorin.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 2. August 2021, 20 Uhr