Senatorin Schaefer droht Nordwestbahn mit Abmahnung

  • Mobilitätssenatorin Schaefer empfing Nordwestbahn zu Krisentreffen
  • Grund waren die zahlreichen Zugausfälle in Bremen und umzu
  • Unternehmen musste in diesem Jahr schon 1,5 Millionen Euro Strafe zahlen
Züge der Nord-West-Bahn im Bremer Hauptbahnhof

Die andauernden Zugausfälle bei der Nordwestbahn (NWB) waren Thema eines Krisentreffens bei Bremens Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne). Wegen Personalmangels verspäten sich schon seit Monaten auf diversen Strecken des privaten Bahnbetreibers immer wieder Züge oder fallen ganz aus.

Die Grünen-Politikerin betonte im Anschluss an das Gespräch mit der Geschäftsführung der Nordwestbahn, dass die aktuelle Situation nicht akzeptabel sei. "Wir haben noch einmal ganz deutlich gemacht, dass wir nicht zufrieden sind mit der Qualität der Nordwestbahn", sagte Schäfer zu buten un binnen. Man könne die Menschen nicht vom Öffentlichen Nahverkehr überzeugen, wenn dauernd Züge ausfielen, so Schaefer. "Wir werden den Druck weiter aufrechterhalten, weil es so nicht weitergehen kann."

Schaefer warnt vor harten Reaktionen

Die Nordwestbahn hat Schaefer zufolge in diesem Jahr bereits 1,5 Millionen Euro Strafzahlungen leisten müssen. "Wenn es nicht zu Verbesserungen kommt, werden wir auch zu anderen Maßnahmen greifen, beispielsweise einer Abmahnung", sagte Schäfer. Zugleich warnte sie vor zu harten Reaktionen. "Eine Vertragskündigung wäre nicht der richtige Schritt."

Es ist nicht sinnvoll, gleich mit einer Kündigung zu drohen. Das fordern zwar viele. Aber man muss wissen, dass eine Neuausschreibung wieder drei Jahr Vorbereitungszeit braucht. Und ich glaube nicht, dass sich die Qualität in der Zeit maßgeblich verbessern würde.

Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne)

Der NWB-Geschäftsführer Rolf Erfurt sprach im Anschluss an das Gespräch von einem "sehr konstruktiven Austausch". Das Wort "Krisentreffen" wollte er nicht in den Mund nehmen. "Die Nordwestbahn wird noch einige Hausaufgaben erledigen, damit wir zeitnah den Verkehr wieder verbessern können", sagte er buten un binnen. "Wir haben heute konkrete Maßnahmen besprochen, um die Ausfälle zu reduzieren. Denn es ist das Schlimmste für den Fahrgast, wenn der Zug nicht fährt." Welche Maßnahmen vereinbart wurden, verriet Erfurt nicht.

Schaefer will die Ergebnisse am 25. September präsentieren. Dann tagt der Regionalausschuss Bremen-Nord. Aus ihrer Sicht geben die Gespräche aber schon jetzt "Anlass zu vorsichtigem Optimismus". Schaefer: "Sie haben das Problem erkannt."

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. September 2019, 19:30 Uhr