Fragen & Antworten

Geldprobleme bei der Geno: Wie geht es für Bremens Kliniken weiter?

Nach Bekanntwerden der Finanzlöcher beim Klinikverbund Geno hat der Aufsichtsrat getagt. Einen wirklichen Grund zur Hoffnung gibt es offenbar nicht.

Zentrale der Gesundheit Nord in der Bremer Vahr.
Das Minus der Gesundheit Nord könnte bis Jahresende 20 Millionen Euro betragen.
Wie steht es um Bremens stadteigene Krankenhäuser?
Bremens Krankenhäuser sind und bleiben ein akuter Notfall. Dass die stadteigenen Kliniken in den roten Zahlen sind, ist nicht neu. Das Problem besteht seit Jahren. So dramatisch wie jetzt war es allerdings noch nie. Vor gut einem Jahr gab es eine Finanzspritze von etwa 200 Millionen Euro mit der Hoffnung, dass dadurch ein wenig Ruhe einkehrt. Trotzdem fehlen für dieses Jahr 15 Millionen Euro, am Ende könnten es sogar 20 Millionen Euro werden.
Was sagen die politischen Akteure?
Konkrete Pläne gibt es keine. Das wurde auch in der Sitzung der Stadtbürgerschaft Anfang der Woche deutlich. Die Bremer SPD zeigt sich vom Ausmaß überrascht, die Opposition fordert ein Zukunftskonzept.
Das Problem mit der Geno ist in Deutschland übrigens kein Einzelfall. So hat die Stadt Köln mit ihren stadteigenen Kliniken ebenfalls große Probleme. Auch in Niedersachsen sind in den vergangenen zehn Jahren gut zwei Dutzend Kliniken verschwunden.
Welche Ergebnisse brachte die Aufsichtsrat-Tagung?
Es soll ein Zukunftskonzept aufgestellt werden. Eines will man dabei nicht: Personal abbauen. Geht es nach der neuen Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke), soll geschaut werden, ob man in bestimmten Bereichen nicht sogar mehr Leute einstellen kann. Hier gibt es allerdings zwei Probleme: Der Fachkräftemangel und die Personalkosten. Letztere machen fast dreiviertel der Gesamtkosten aus. An dieser Stelle stellt sich die Frage, wie die Geno so aus den roten Zahlen kommen soll. Allerdings gibt es die Hoffnung, durch eine kluge Personalpolitik an den richtigen Stellen die Erlöse zu erhöhen. Patienten müssen versorgt werden, Operationssäle müssen in Betrieb sein, um Einnahmen zu erzielen – und diese waren zeitweise geschlossen, weil die Ärzte fehlten.
Gibt es noch weitere Probleme?
Auch im Pflegebereich fehlt es an Personal. Dies führt dazu, dass Patienten, die eigentlich in Kurz- oder Langzeitpflege kommen würden, nicht das Krankenhaus verlassen können, sondern dort weiter versorgt werden, was ebenfalls Geld kostet.
Außerdem wird mehr ambulant behandelt. Einerseits ist das gut für die Patienten, die zwischendurch nach Hause können. Andererseits leiden die Kliniken unter diesem Zustand, denn sie müssen trotzdem alles vorrätig halten und bekommen weniger Geld von den Krankenkassen.
Die Krankenkassen sehen das Ganze übrigens anders: Die AOK Bremen/Bremerhaven wirft den stadteigenen Klinik vor, über zu viele Betten zu verfügen, die zu kostenintensiv sind. Sie fordert die Krankenhäuser auf, sich stärker zu spezialisieren und Bereiche zusammenzulegen.

Wie zukunftsfähig sind die kommunalen Krankenhäuser?

Video vom 24. September 2019
Die Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft tagen im Rathaus.