AOK fordert "Abbau von Überversorgungen" beim Klinikverbund Geno

  • AOK-Vorstand kritisiert Doppelstrukturen bei Bremer Kliniken
  • CDU fordert völlig neue Krankenhauspolitik
  • Senat und Depu befassen sich am Dienstag mit fehlenden Geno-Millionen
Olaf Woggan, AOK-Vorstand, im Interview.

Die AOK fordert, Doppelstrukturen in der Bremer Kliniklandschaft zu überdenken. Zuerst berichtete der "Weser-Kurier" über das Thema. Hintergrund ist das neue Millionenloch beim kommunalen Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno). Der AOK-Vorstand Olaf Woggan erklärte, dass man die Geno-Misere nur mit einem neuen Ansatz lösen könne: "Die Krankenhausversorgung in Bremen müsste insgesamt auf andere Füße gestellt werden. Und das würde bedeuten, dass wir Überversorgungen in den Krankenhäusern abbauen müssen."

Fast 400 Millionen Euro Hilfe in 10 Jahren

In der Vergangenheit führten solche Überlegungen regelmäßig zu Protest in den betroffenen Stadtteilen – mit dem Ergebnis, dass sich wenig änderte und die Defizite der Geno jährlich weiter anstiegen. Im vergangenen Jahrzehnt musste Bremen der Geno mit fast 400 Millionen Euro aushelfen.

Die Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) wollte sich nicht zu den Vorschlägen der AOK äußern. Die CDU dagegen begrüßte den Vorstoß der Krankenkasse. Deren gesundheitspolitischer Sprecher, Rainer Bensch, forderte: "Spezialisierung, Abbau von Doppelstrukturen, aber eben auch alle Kliniken in ein Boot zu holen und eine völlig neue, erfolgreiche Krankenhauspolitik gestalten. Das Ziel muss die bestmögliche Patientenversorgung sein."

Am Dienstag wird sich der Senat und die Gesundheitsdeputation mit den fehlenden Geno-Millionen befassen. Dabei dürfte auch die Frage nach der richtigen Geno-Führung gestellt werden.

Geno-Defizit deutlich höher als angenommen

Zwei Krankenhausbetten

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 28. Oktober 2019, 19:30 Uhr