Exklusiv 18-jähriger Gefährder darf abgeschoben werden

Bremen darf einen 18-Jährigen aus der russischen Republik Dagestan abschieben, den die Behörden als Gefährder einstufen. Das bestätigte das Innenressort buten un binnen auf Nachfrage. Eine entsprechende Entscheidung habe das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig der Bremer Behörde nun mitgeteilt.

Ein Flugzeug am Himmel, durch Stacheldraht fotografiert.
Der 18-Jährige aus der russischen Republik Dagestan soll nun so schnell wie möglich abgeschoben werden. Bild: DPA | Julian Stratenschulte

Laut Sicherheitsbehörden soll der junge Mann ein gefährlicher Islamist sein. Einer, der bereit ist, Anschläge zu begehen – oder sie zu unterstützen. So soll er Personen, die dem sogenannten Islamischen Staat nahestehen, konkrete Anschlagsziele vorgeschlagen haben. Darunter Bremer Polizei-Stationen, ein Justizgebäude und eine Kurden-Demonstration. Außerdem soll er sich Video-Anleitungen zum Bau von Splitterbomben aus dem Internet heruntergeladen haben.

Radikalisierung wohl im Kultur- und Familienverein

Der junge Mann wurde in der russischen Republik Dagestan geboren und siedelte mit seiner Familie als Kind nach Bremen um. Hier soll er sich in dem mittlerweile verbotenen salafistischen Kultur- und Familienverein in Gröpelingen radikalisiert haben. Der Verein war eine Art Unterstützer-Organisation des sogenannten Islamischen Staates.

So wie zwei weitere Gefährder, die zurzeit in Bremer Abschiebehaft sitzen, soll der 18-Jährige nun so schnell wie möglich abgeschoben werden. Seine Anwältin hat laut Innenbehörde Verfassungsbeschwerde eingelegt. Für ein Statement war sie nicht zu erreichen.

Zweistellige Anzahl von Extremisten in Bremen

Mit der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig sieht sich die Bremer Innenbehörde in ihrer Praxis bestätigt, als Gefährder eingestufte Personen schnellstmöglich in ihre Heimatländer abzuschieben.

Insgesamt soll in Bremen eine zweistellige Anzahl von Personen leben, die von den Sicherheitsbehörden als gefährliche Extremisten eingestuft werden. Viele von ihnen sollen nun abgeschoben werden.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. Juli 2017, 19:30 Uhr