Aufsichtsrat will Bremer Flughafen-Chef fristlos entlassen

  • Ergebnisse der Sonderprüfung der Bilanz des Flughafens wurden vorgestellt
  • Aufsichtsrat fühlt sich nicht ausreichend über Pläne informiert
  • Fristlose Entlassung Bulas solle nun rechtlich geprüft werden
Der Bremer Flughafen

Dem freigestellten Chef des Flughafes Bremen, Jürgen Bula, droht die fristlose Kündigung. Das sagte der Chef des Aufsichtsrats, Staatsrat Ekkehart Siering, nach einer Sondersitzung. Bula habe den Aufsichtsrat nicht hinreichend über die finanzielle Situation des Flughafens informiert, so Siering. Das habe ein Bericht von Wirtschaftsprüfern ergeben. Deshalb untersuche man, ob dem Ex-Geschäftsführer fristlos gekündigt werden kann.

Dem freigestellten Flughafenchef werfen die Wirtschaftsprüfer zudem vor, Personalvorgänge nicht ausreichend dokumentiert und gegen interne Regularien verstossen zu haben. Das werde nun auch von einem Strafrecht-Experten geprüft, so der Aufsichtsratschef. Weitere personelle Konsequenzen in der Flughafen GmbH schloss er nicht aus. Für die Nachfolge des Flughafenchefs sei man mit drei ausgezeichneten Kandidaten im Gespräch. Im Sommer solle der Neue sein Amt antreten.

Jürgen Bula
Der zurzeit freigestellte Chef der Flughafen Bremen GmbH, Jürgen Bula.

Der Aufsichtsrat will sich nun einen Überblick über den Investitionsstau am Flughafen verschaffen. Siering wollte nicht dementieren, dass es dabei um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag gehen könne.

Die Bilanzprüfer waren im November 2017 nach der Absetzung des Flughafenchefs eingesetzt worden. Sie sollten insbesondere verschiedene Investitionen am Flughafen prüfen. Der Aufsichtsrat hatte Bula freigestellt, nachdem Trunkenheitsvorwürfe bekannt geworden waren.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 1. März 2018, 19:30 Uhr