Bremer Geno rechnet mit einem Minus in Höhe von 35 Millionen Euro

  • Gesundheitsbehörde legt Deputation Bericht vor
  • Im Frühjahr ging die Gesundheit Nord von deutlich höherem Defizit aus
  • Wie der Klinikverbund durch die Corona-Krise kommt, ist aber noch unklar
Eine Pflegerin schiebt einen Mann in einem Rollstuhl über einen Flur in einem Krankenhaus. Daneben läuft eine Angehörige.
Laut Bremer Gesundheitsbehörde fällt das Defizit des Klinikverbunds Gesundheit Nord deutlich geringer aus als noch im Frühjahr vermutet. (Symbolbild) Bild: DPA | Robin Utrecht

Der kommunale Klinikverbund in Bremen, die Gesundheit Nord (Geno), wird in diesem Jahr voraussichtlich ein Minus von gut 35 Millionen Euro machen. Das sind etwa 14 Millionen weniger als ursprünglich veranschlagt. Das steht in einem Bericht der Gesundheitsbehörde an die zuständige Deputation der Bremischen Bürgerschaft.

Grund für das geringere Defizit ist vor allem die erste Welle der Corona-Krise im Frühjahr. Der Bund hatte ab Mitte März Zuschüsse an die Kliniken gezahlt, damit sie ihre Betten für mögliche Covid-19-Patienten freihalten. Dafür gab es dann Ausgleichszahlungen in Höhe von 560 bis 760 Euro pro Bett und Tag. Zudem durften auf den Stationen auch Patienten versorgt werden, wenn es weniger Personal gab als gesetzlich vorgeschrieben. Die so genannte Pflegeuntergrenze war ausgesetzt. Die Patientensicherheit war aber dadurch niemals gefährdet, sagte die Sprecherin der Geno.

Die Geno rechnet mit weniger Patienten

Wie sich die finanzielle Lage des Klinikverbunds jetzt weiterentwickelt, ist aber noch offen. Es ist laut einer Geno-Sprecherin nicht einzuschätzen, wie sich die zweite Coronawelle finanziell auswirkt. Die Geno befürchtet auch, dass insgesamt deutlich weniger Patienten als in den vergangenen Jahren zur Behandlung kommen.

Dazu kommt, dass der Klinikverbund weiterhin mehr Geld als geplant für Leiharbeitnehmer ausgeben muss. Das war in den vergangenen Jahren immer ein wichtiger Grund für das Defizit gewesen. Anfang kommender Woche wird sich der Sanierungsausschuss, der die kommende Aufsichtsratssitzung vorbereitet, mit der finanziellen Lage der Geno befassen.

Bremer Kliniken fühlen sich für Coronakrise gerüstet

Video vom 5. November 2020
Eine Krankenpflegerin, die einen Patienten in einem Krankenhausbett behandelt.
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Carola Schwirblat Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 10. November 2020, 7 Uhr