Infografik

Christopher Street Day: Demo zieht durch die Bremer Innenstadt

Video vom 27. August 2021
Christopher Street Day-Demo in Bremen
Bild: Radio Bremen | Mario Neumann
Bild: Radio Bremen | Mario Neumann

Keine Party, viele Botschaften: Wegen Corona rückt beim CSD Bremen die Politik besonders in den Fokus. Die Demonstration startete um 12 Uhr.

Die stiefelförmige Route führt durch den Wall, durchs Herdentor, über den Bahnhofsplatz, durch die Bürgermeister-Smidt-Straße, durch die Obernstraße und über die Domsheide zurück zum Ausgangspunkt Am Altenwall. Das Organisationsteam bittet alle Teilnehmenden ausdrücklich, sich anschließend gut zu verteilen, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Wegen Corona wird es keine Feier im Anschluss geben.

Der Demonstrationszug

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Wie schon 2020, so steht der Christopher Street Day (CSD) Bremen auch dieses Mal im Zeichen der Corona-Pandemie. Corona ist auch der Grund dafür, dass der CSD an zwei Tagen statt an einem Tag über die Bühne geht. Denn so sehr sich die Veranstalter viel Aufmerksamkeit und reine rege Beteiligung wünschen, wollen sie doch andererseits große Menschenansammlungen vermeiden.

Christopher Street Day in Bremen
2020 nahmen rund 4.000 Menschen am CSD teil. Bild: Radio Bremen | Mario Neumann

Daher wird es auch keine Musik bei der Kundgebung und der Demo geben, keine Getränkewagen und keinen Alkohol. Wer dabei sein möchte, muss eine Maske tragen und zu jeder Zeit einen Sicherheitsabstand von wenigstens 1,50 Metern zu den anderen Demonstrierenden einhalten. "Es wird kein rauschendes Fest. Das ist aber völlig okay", sagt Robert Dadanski aus dem Vorstand des CSD Bremen dazu: "Der CSD ist eine politische Veranstaltung. Es hat auch Vorteile, dass die politischen Aspekte jetzt wieder stärker in den Fokus rücken."

Gegen Intoleranz, für die Vielfalt

Im Kern, so Dadanski, gehe es beim Christopher Street Day darum, gegen Intoleranz in unserer Gesellschaft zu protestieren, Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen. Entsprechend fordert der CSD Bremen und Bremerhaven einen rechtlich verankerten Schutz für sexuelle Identitäten, für pansexuelle Menschen ebenso wie für bisexuelle, schwule und lesbische Menschen.

Doch auch spezifisch bremische Diskriminierungsfälle stehen auf der Agenda des CSD Bremen und Bremerhaven. So fordert der Verein die vollständige Aufklärung des Brebau-Skandals. Zur Erinnerung: Im Mai war publik geworden, dass die städtische Wohnungsgesellschaft potentielle Mieterinnen und Mieter systematisch und über Jahre unter anderem wegen ihrer Hautfarbe abgelehnt hat. Der CSD Bremen und Bremerhaven tritt dafür ein, dass die Diskriminierungsopfer entschädigt werden.

Die Kundgebung und der Regenbogen

Eine große Regenbogenflagge auf dem Bahnhofsvorplatz
Bunter Bahnhofsvorplatz: Auch 2021 wird das Symbol des CSD zentral zu sehen sein. Bild: Radio Bremen | Mario Neumann

Die CSD-Veranstaltungen begannen Freitag Bremer Bahnhofsvorplatz. Dazu bauten Aktivistinnen und Aktivisten, darunter eine Reihe von Vereinen, einige Info-Stände auf und malten mit Flüssigkreide eine 25 mal 20 Meter große Regenbogenflagge auf den Vorplatz als Symbol für eine vielfältige und tolerante Gesellschaft.

Wie die Kundgebung, so plant das Organisationsteam auch den Demonstrationszug ähnlich wie im Vorjahr. Das heißt:

Erst bunte, dann schwarze Flaggen in Bremen

Ursprünglich wollten der Bremer Senat und die Bremische Bürgerschaft zum Christopher Street Day am 27. und 28. August eine Regenbogen-Flagge hissen. Das ist nun nur am Freitag geschehen. Am Samstag dagegen werden Rathaus und Bürgerschaft schwarze Bänder als Trauerflor tragen. Denn dann wird bundesweit der Opfer der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gedacht.

Beeinträchtigungen des Verkehrs

Entlang des Streckenverlaufs kann es am Samstag während des Demonstrationszugs zu Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs kommen. Die Bremer Straßenbahn AG weist darauf hin, dass die Bremer Innenstadt mehrere Stunden für alle Busse und Bahnen gesperrt sein wird. Von etwa 11.30 bis 15.30 Uhr wird es an den Umsteigepunkten Domsheide und Hauptbahnhof keinen Linienverkehr geben. Die BSAG leitet diverse Bus- und Bahnlinien um.

Autor

  • Alexander Schnackenburg Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 27. August, 19.30 Uhr