Interview

Gesundheitsbehörde: "Panik ist hier überhaupt nicht angebracht"

Der erste Coronavirus-Fall in Bremen ist bestätigt worden. Lukas Fuhrmann, Sprecher der Gesundheitsbehörde, beantwortet dazu die wichtigsten Fragen.

Krankenhauspersonal steht an einem Krankenbett im Klinikum Bremen Mitte
Ein Arzt steht an einem Krankenbett. (Symbolbild)
Herr Fuhrmann, wir haben den ersten bestätigten Corona-Fall in Bremen. Was können Sie uns darüber sagen?
Es handelt sich um eine Frau, Jahrgang 1962. Am Donnerstag eingereist aus dem Iran. Sie liegt jetzt im Klinikum Bremen-Mitte, wird dort versorgt und betreut.
Wie geht es der Patientin?
Sie weist nur ganz leichte Symptome auf. Das sind Fieber und Kopfschmerzen, nichts Weiteres. Es geht ihr den Umständen entsprechend auch gut.
In anderen Fällen wird im Umfeld geguckt. Wie machen Sie das hier?
Das Gesundheitsamt hat die Kontaktpersonen ermittelt und kontaktiert. Diese werden sich jetzt erstmal in häusliche Quarantäne begeben.
Jetzt gibt es noch weitere Verdachtsfälle. Wie sieht es mit denen aus?
Zu denen gibt es keine näheren Informationen. Sie stehen aber in keinem Zusammenhang zu unserem bestätigten Fall.
Wird sich das Vorgehen der Gesundheitsbehörde ändern?
Natürlich haben wir jetzt den ersten Fall in Bremen. Mit dem war auch zu rechnen. Wir bleiben bei unserem Vorgehen. Es gibt keine Panik. Das heißt, wir müssen jetzt noch keine intensiven Maßnahmen direkt in die Wege leiten. Alles Weitere wird jetzt besprochen.
Also das bedeutet jetzt nicht, dass Bremen in irgendeinen Panikmodus schalten muss, sondern es ist immer noch relativ entspannt?
Überhaupt nicht. Eine Panik ist hier überhaupt nicht angebracht. Wir haben den Fall, mit dem wir auch ein wenig gerechnet haben, dass er auftritt. Das ist ein Einzelfall, wir kennen die Kontaktpersonen. Sie sind ermittelt und kontaktiert. Bremen muss in keine Panik verfallen. Hamsterkäufe sind nicht zu tätigen und alles andere sind die normalen Hygienemaßnahmen, die einzuhalten sind, aber das sind sie immer. Sprich: Regelmäßiges Händewaschen. Husten- und Nieshygiene. Sprich: Taschentücher nutzen und wegwerfen. Oder in die Ellenbeuge niesen und husten.
Das heißt wir müssen nicht über Maßnahmen sprechen, irgendetwas abzuriegeln?
Auf keinen Fall. Diese Maßnahmen sind gerade überhaupt nicht von Nöten. Wir bleiben auf jeden Fall auf unserer Arbeitslinie. Prüfen den Fall natürlich weiter. Und natürlich weitere Einzelfälle, sollten sie auftreten, werden individuell geprüft und dann werden Maßnahmen getroffen, wenn sie denn von Nöten sind, aktuell sind sie es nicht.

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Autor

  • Jens Otto

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 29. Februar 2020, 19:30 Uhr