Corona-Ausbruch: Teilweiser Aufnahmestopp am Klinikum Links der Weser

  • Behörde reagiert auf 32 Coronafälle unter den Mitarbeitern
  • Patienten müssen nach Entlassung 14 Tage in Quarantäne
  • Kardiologie, Geburtshilfe und Innere Medizin waren betroffen
Video vom 9. April 2020
Ein abgesperrter Eingang des Klinikums Links der Weser.

Das Gesundheitsressort hat mit einem partiellen Aufnahme- und Verlegungsstopp, der bis zum 14. April gilt, auf die jüngsten Corona-Fälle am Klinikum Links der Weser reagiert. Dort waren laut Behörde 32 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet worden. Der Aufnahmestopp umfasst alle Bereiche außer die Kardiologie, die Herzchirurgie, die Geburtshilfe und die Kinderklinik, so eine Sprecherin der Krankenhausgesellschaft Geno. Die infizierten Mitarbeiter hatten laut Gesundheitsressort auf einzelnen Stationen der Kardiologie, der Geburtshilfe und der inneren Medizin gearbeitet. Die betroffenen Stationen seien "leer gezogen" und komplett desinfiziert worden, so Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke).

Patienten, die von betroffenen Stationen entlassen werden, müssen eine häusliche Quarantäne von 14 Tagen einhalten. Bis zu acht Patientinnen und Patienten werden derzeit als begründete Verdachtsfälle geführt. Auch weitere Mitarbeiter könnten sich angesteckt haben.

Patienten müssen nun Schutzmasken tragen

Die ersten Infektionen seien schon in der elften Kalenderwoche aufgetreten, so die Senatorin. Das Infektionsgeschehen setze sich aber bis jetzt weiter fort. Alle bekannten Kontaktpersonen seien getestet worden – bei begründeten Verdachtsfällen sei Quarantäne angeordnet worden.

Die Gesundheitsbehörde betont, dass alle Beschäftigten im Klinikum Links der Weser bei der Arbeit mehrlagige Gesichtsmasken tragen, seit gestern auch alle Patienten, bei denen das möglich ist. Trotz aller Maßnahmen könne es aber nicht ausgeschlossen werden, heißt es von der Behörde, dass sich auch Patienten innerhalb der Klinik angesteckt haben.

Das Klinikum und das Gesundheitsamt Bremen stehen außerdem im Kontakt mit dem Robert-Koch-Institut und haben dort um Unterstützung gebeten.

Das Statement von Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. April 2020, 19:30 Uhr