Länder wollen Geisterspiele und teilweise Freizeitsport zulassen

  • Zuerst kommen Erleichterungen für Hobbysportler
  • Sport draußen, auf Abstand und ohne Wettbewerb denkbar
  • Geisterspiele der Bundesliga im Mai möglich
Die Abendsonne scheint ins leere Weser-Stadion.
Mitte/Ende Mai könnte es im Weser-Stadion wieder Bundesligaspiele geben - ohne Zuschauer. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Bundesländer sind bereit, Geisterspiele der Fußball-Bundesliga Mitte oder Ende Mai zuzulassen. Auch Freizeitsport im Freien soll unter bestimmten Umständen wieder möglich sein. Das haben die Sportminister und -Senatoren heute diskutiert. Ein Beschluss steht aber noch aus.

Zuerst Erleichterungen für Hobbysportler

In einem ersten Schritt soll im Breiten- und Freizeitsport – gleichermaßen für alle Sportarten – der Trainingsbetrieb wieder erlaubt werden. Allerdings müssen die Sportangebote an der "frischen Luft" stattfinden, also im öffentlichen Raum oder auf öffentlichen oder privaten Freiluftsportanlagen. Dabei muss ein Abstand zwischen den Sporttreibenden von zwei Metern gewährleistet sein, und auch sonst übliche Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Sport muss zudem "kontaktfrei" ausgeübt werden. Wie sie das regeln wollen, müssen die Fachverbände mitteilen, erklärte Bremens Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne).

Kein Wettkampf – keine Zuschauer

Der Wettkampfbetrieb, auch ohne Zuschauer, kann erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden, und auch nur dann, wenn er unter den oben genannten Rahmenbedingungen stattfindet. "Die Wiederaufnahme des Wettkampfbetriebs ist grundsätzlich in jenen Sportarten zuerst denkbar, bei denen die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln gesichert werden kann", sagte Stahmann.

Geisterspiele der Fußball-Bundesliga ab Mitte Mai?

Die Fortsetzung des Spielbetriebes in der Fußball-Bundesliga, ebenfalls vor leeren Zuschauerrängen, wird nach derzeitigem Diskussionsstand ab Mitte oder Ende Mai wieder für vertretbar angesehen. Auf ein genaues Datum haben sich die Minister noch nicht festgelegt. Soweit sich die Konzepte bewährten, könne der Spielbetrieb mit zeitlicher Verzögerung auf die Dritte Liga, die Frauen-Bundesliga und den DFB-Pokal ausgeweitet werden.

Die Deutsche Fußball-Liga muss dabei strengste hygienische und medizinische Voraussetzungen schaffen, durchsetzen und mit geeigneten Maßnahmen überprüfen.

Anja Stahmann (Grüne), Sportsenatorin Bremen

Die DFL sowie die Vereine müssten laut Stahmann zudem ihren Beitrag leisten, dass sich bei Geisterspielen "auch im Umfeld der Stadien keine Fangruppen" sammeln. Werder Bremen will sich derzeit nicht zu den angedachten Regelungen äußern, da es noch keine festen Beschlüsse gebe, so der Verein.

Auch die Fortsetzung des Spielbetriebs in anderen Profi-Ligen in Form von "Geisterspielen" kann dann möglich werden, sofern die Ligen entsprechende Konzepte erarbeiteten. Für das Training von Berufssportlerinnen und -sportlern sowie Kaderathletinnen und ‑athleten gebe es bereits heute in den meisten Bundesländern Ausnahmeregelungen.

Sportsenatorin Stahmann: "Mannschaftssport in Halle weit entfernt"

Video vom 20. April 2020
Die Sportsenatorin Anja Stahmann im Interview.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. April 2020, 19:30 Uhr