Lob und Kritik von Bremer Eltern und Lehrern an Corona-Beschlüssen

  • Keine Rückkehr zum Regelbetrieb stößt auf Verständnis der Gewerkschaft
  • Kritik gibt es daran, dass die Verantwortung bei den Eltern liegt
  • Zentralelternbeirat fordert Livestream
Schülerin sitzt mit Maske in einem Klassenzimmer (Symbolbild)
Schüler und Schülerinnen sind im Land Bremen nicht verpflichtet zur Schule zu gehen, doch grundsätzlich bleiben die Schulen offen. (Symbolfoto) Bild: DPA | Sven Simon/Frank Hoermann

Bei der Gewerkschaft GEW und dem Zentralelternbeirat (ZEB) stoßen die weiter bestehenden Corona-Regeln für Schulen auf ein geteiltes Echo. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hatte am Mittwochmorgen auf Bremen Eins und Bremen Vier erklärt, dass die Schulen grundsätzlich offen bleiben. Allerdings ist kein Kind verpflichtet, sie zu besuchen. Das sollten die Eltern entscheiden.

Verantwortung liege wieder bei den Eltern

Grundsätzlich findet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) es gut, nicht wieder zum normalen Betrieb zurückkehren. "Allerdings werde jetzt den Eltern wieder die Verantwortung aufgedrückt, das sehen wir sehr kritisch", erklärt Gewerkschaftssprecherin Elke Suhr gegenüber buten un binnen.

Lehrer und Schüler würden darunter leiden. Denn an einem Tag kämen 20 Kinder zum Unterricht und am nächsten nur drei. Gleichzeitiger Unterricht für die Anwesenden und die zu Hause gebliebenen, sei kaum möglich. Suhr fordert, dass die Politik die kommenden drei Wochen nutzt, um den Unterricht in Pandemiezeiten langfristig zu organisieren. Auch sollten die Inhalte der Abschlussprüfungen verändert werden, so dass nur das abgefragt wird, was auch unterrichtet wurde. Und die Länder sollten das so genannte Corona-Abitur untereinander anerkennen.

Zentralelternbeirat fordert Livestream für Unterricht zu Hause

Der Zentralelternbeirat sieht die jetzige Lösung zwiespältig. In der Vergangenheit sei an vielen Schulen für die anwesenden Kinder kein Unterricht angeboten worden. Faktisch habe es häufig nur noch Betreuung gegeben.

Der ZEB fordert, dass es dieses Mal besser läuft. Wer zur Schule geht, müsse auch beschult werden. Wer aus Gründen des Gesundheitsschutzes zuhause bleibt, muss digital am besten im Livestream, wenn technisch möglich, unterrichtet werden.

Gesamtschülervertretung sieht Rückfall in Notbetrieb

Der Bremerhavener Stadtschülerring hält nichts von den weiter bestehenden Corona-Regeln für den Schulbetrieb. Bremens Pläne seien ein Rückfall in den Notbetrieb von Dezember, sagt Schüler-Sprecher Luca Lennox Püchel. Es müsse jetzt Unterricht in kleinen Gruppen geben, die jeweils abwechselnd in der Schule und zu Hause lernen. Das würde Eltern, Lehrer und Schülern Sicherheit geben.

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Video vom 5. Januar 2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel während einer Ministerpräsidentenkonferenz.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 6. Januar 2021, 10 Uhr