Sperrstunde in Bremen: Diese Corona-Regeln gelten seit Montag

Eine Sperrstunde für die Gastronomie und ein Alkoholverkaufsverbot: Das sind nur zwei neue Corona-Regeln in Bremen. Außerdem treten schärfere Kontaktbeschränkungen in Kraft.

Video vom 9. Oktober 2020
Die Senatspressekonferenz.
Bild: Radio Bremen

Der Bremer Senat hat schärfere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie beschlossen. Damit reagiert der Senat darauf, dass der Inzidenzwert überschritten wurde und Bremen deshalb als Risikogebiet eingestuft wird. Innerhalb von sieben Tagen wurden pro 100.000 Einwohner 66,4 Neuinfektionen registriert. Die Obergrenze liegt bei 50. Ab Montag, 12. Oktober, gelten folgende Beschlüsse:

  • Eine Sperrstunde für die Gastronomie im gesamten Stadtgebiet und ein Alkoholverkaufsverbot im Zeitraum von 23 bis 6 Uhr.
  • Im Rahmen der Kontaktbeschränkungen dürfen sich nur noch fünf Menschen in der Öffentlichkeit treffen. Bisher waren Treffen mit zehn Menschen erlaubt gewesen.
  • Private Feiern werden auf maximal zehn Personen beschränkt, wenn dort Alkohol getrunken wird. Ohne Alkohol liegt die Grenze bei 25 Teilnehmern.
  • Zu Konzerten und anderen Veranstaltungen dürfen weiterhin bis zu 100 Menschen kommen. Allerdings nur wenn kein Alkohol im Spiel ist. Mit Alkohol sinkt die Teilnehmerzahl auf zehn. Bisher lag das Limit mit Alkohol bei 25.
  • "Bars und Restaurants dürfen weiterhin bis zu 100 Menschen bewirtschaften – auch mit Alkohol", sagte Senatssprecher Christian Dohle. Allerdings nur solange sie ein tragfähiges Hygienekonzept vorweisen könnten, die Abstandsregeln eingehalten werden – und nur bis 23 Uhr.
  • Das Ordnungsamt darf die Maskenpflicht auch auf Orte im öffentlichen Raum ausweiten, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Zum Beispiel auf Wochenmärkten, im Gebiet um den Sielwall und an der Schlachte.

Die neuen Maßnahmen können erst dann wieder aufgehoben werden, wenn die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 50 liegt, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Unser Ziel ist es, in jedem Fall einen Lock-Down zu verhindern. Wir wollen die zentralen Wirtschaftsbereiche aufrechterhalten. Wir wollen die Betreuung von Kindern aufrechterhalten. Wir wollen das gesellschaftliche Leben soweit wie möglich aufrechterhalten.

Andreas Bovenschulte, Bremer Bürgermeister

Es gebe eine leichte Tendenz, dass das Infektionsgeschehen wieder in die oberen Altersgruppen einsickere, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). "Das müssen wir so früh wie möglich stoppen." Aktuell seien die Krankenhäuser nicht überlastet. Die Entwicklung könne aber nicht so weitergehen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, dass generell alle privaten Feiern auf zehn Teilnehmer begrenzt werden – unabhängig davon, ob Alkohol getrunken wird oder nicht. Das stimmt nicht. Die Grenze von maximal zehn Personen gilt nur für Veranstaltungen, auf denen Alkohol getrunken wird.

Wirrwarr um Corona-Regeln: Was gilt wo?

Video vom 12. Oktober 2020
Ein Ortsschild Delmenhorst Ende, noch 8 Kilometer bis Bremen.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Oktober 2020, 19:30 Uhr