Carsten Meyer-Heder wird wohl CDU-Spitzenkandidat

  • Meyer-Heder erklärt Bewerbung in Brief an Parteimitglieder
  • Landesvorsitzender schlägt ihn dem Parteivorstand vor
  • Entscheidung des Landesvorstands fällt am Montag
Carsten Meyer-Heder
Carsten Meyer-Heder führt die Bremer IT-Firma Team Neusta. Bild: Team Neusta

Der Bremer IT-Unternehmer Carsten Meyer-Heder soll als CDU-Spitzenkandidat bei der Bürgerschaftswahl 2019 antreten. Das hat der Bremer CDU-Chef Jörg Kastendiek dem Landesvorstand der Partei in einem Brief vorgeschlagen, der buten un binnen vorliegt. Am Montag wird der CDU-Landesvorstand entscheiden, wen er den Christdemokraten als Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl vorschlagen will. Ein Landesparteitag im Mai wird dann endgültig entscheiden.

Meyer-Heder stehe für Erneuerung und Aufbruch, schreibt Kastendiek an seine Parteifreunde. Mit ihm könne die Partei ein politisches Angebot auch über die Parteigrenzen hinweg machen. Bereits seit Längerem gab es Anzeichen, dass der Bremer CDU-Chef den Quereinsteiger zum Spitzenkandidaten küren will. Jetzt ist es so weit. Der 56-Jährige gilt als erfolgreicher Geschäftsmann, sein IT-Unternehmen Team Neusta in der Überseestadt hat etwa 1.000 Beschäftigte. In der vergangenen Woche hatte der CDU-Kreisvorsitzende und frühere Bausenator Jens Eckhoff erklärt, dass er sich nicht als CDU-Spitzenkandidat bewerben werde.

Meyer-Heder wandte sich seinerseits in einem Brief an die Bremer CDU-Mitglieder. In dem Schreiben, das buten un binnen ebenfalls vorliegt, bestätigt er, dass er sich als CDU-Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl 2019 bewerben will. Auf dem Landesparteitag der CDU im vergangenen Mai sei er auf "offene und interessante Menschen gestoßen". Das habe ihn in dem Glauben bestärkt, "dass der politische Aufbruch in Bremen mit vereinten Kräften gelingen könnte". Auf dem CDU-Landesparteitag hatte Meyer-Heder einen Impulsvortrag gehalten.

In seiner Jugendzeit habe er nicht dem Prototyp eines CDU-Wählers entsprochen, schreibt der gebürtige Bremer Meyer-Heder. So habe er als Abiturient gegen die Ansiedlung von Mercedes protestiert und auf dem heutigen Werksgelände campiert. Stets sei er der Auffassung gewesen, dass "eine Regierung und die Behörden für die Menschen da sind". Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssten gleichermaßen unterstützt werden.

An dieser Selbstverständlichkeit habe er in Bremen in den vergangenen Jahren aber immer mehr gezweifelt. Daher brauche Bremen einer Erneuerung und das gehe nur mit einem Regierungswechsel. Schließlich sei es kein Naturgesetz, dass "die SPD immer stärkste Kraft in Bremen ist".

Für die CDU ist Bremen ein schwieriges Pflaster. Einen christdemokratischen Regierungschef hat es im kleinsten Bundesland noch nie gegeben. Carsten Meyer-Heder soll in der Partei nun als Quereinsteiger für den Aufschwung sorgen.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 17. Januar 2018, 11 Uhr