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Wirtschaftsministerium prüft Konzept für norddeutschen Weltraumbahnhof

Das Konzept des Bundesverbands der Deutschen Industrie schlägt einen mobilen Weltraumbahnhof in der Nordsee vor. Bremer Unternehmen könnten davon profitieren.

Eine Ariane 5 mit einem Satelliten an Bord, startet vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana.
Start einer Ariane-Rakete in Südamerika. Starten kleinere Raketen bald in der Nordsee? Bild: DPA | Zuma Press/ESA

Das Bundeswirtschaftsministerium will ein Konzept der Industrie für die Errichtung eines Weltraumbahnhofs in Deutschland prüfen. Das hatte das "Handelsblatt" berichtet. Inzwischen hat das Wirtschaftsministerium den Bericht bestätigt. Am Freitagnachmittag gab es demnach ein Treffen von Raumfahrtunternehmen und Beamten im Ministerium. Dort habe der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ein Konzept vorgelegt, das nun geprüft werde.

Das Konzept des BDI sieht einen Startplatz für Kleinraketen in der Nordsee vor – eine mobile Startplattform in Form eines privatwirtschaftlichen Betreibermodells mit staatlicher Unterstützung. In dem Strategiepapier heißt es: "Eine deutsche Startplattform ist technisch machbar, strategisch und wirtschaftlich sinnvoll. Die Realisierung sei eine politische Entscheidung und keine technische Frage. Ein deutscher Startplatz sollte allen europäischen und internationalen Partnern zur Nutzung offenstehen. Raumfahrt sei für die gesamte deutsche Industrie zudem von zentraler Bedeutung.

In dem Papier heißt es weiter, dass Satelliten durch Miniaturisierung immer kleiner würden. Diese Entwicklung verändere auch den Bedarf an Trägerraketen. "Zukünftig wird es eine Mischung aus großen, mittleren und kleinen Raketen geben."

Bremens größte Raumfahrtarbeitgeber Quellen: Unternehmensangaben, eigene Reche r chen Stand: 2019 OHB rund 1.100 Mitarbeiter Ende 2018 beschäftigte OHB an allen Konzern- standorten 2769 Mitarbeiter, davon 2205 in Deutschland. AIRBUS SPACE SYSTEMS rund 600 Mitarbeiter Airbus Space Systems ist Teil der Konzernsparte Airbus Defence und Space, für die gut 1.100 Menschen am Bremer Standort arbeiten. ARIANE GROUP rund 550 Mitarbeiter Die ArianeGroup ist ein Gemeinschafts- unternehmen von Airbus und dem französischen Luftfahrt- konzern Safran. INSTITUT FÜR RAUMFAHRTSYSTEME gut 150 Mitarbeiter 2007 gegründet, ist diese Einrichtung eines von 16 Instituten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). ZARM rund 135 Mitarbeiter Das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) betreibt den Bremer Fallturm.
Bild: Radio Bremen

Viele Unternehmen könnten profitieren. Es gebe allein drei private Hersteller von sogenannten Microlaunchern in Deutschland, die 2021/22 auf den Markt kommen sollten. Keines der drei Unternehmen verfüge aber über einen vertraglichen Startplatz in Europa, heißt es. Die Machbarkeitsanalyse einer Firma komme zu dem Ergebnis, dass eine mobile Startplattform in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee für den Start von kleinen Trägerraketen in "polare- und sonnensynchrone Orbits" geeignet sei.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich bereits im vergangenen Jahr aufgeschlossen für die Errichtung eines deutschen Weltraumbahnhofs gezeigt. In diesem Zusammenhang hatte sich auch das Bremer Unternehmen OHB gegenüber buten un binnen sehr positiv über die Pläne geäußert.

Ein Weltraumbahnhof an der Küste?

Video vom 21. Oktober 2019
Eine Raktete beim Start.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins. Der Tag, 7. September 2020, 23:30 Uhr