Bremer könnten durch Brexit mehr als 100 Millionen Euro weniger verdienen

  • Statistisch gesehen würde jeder Mensch in Bremen 150 Euro pro Jahr verlieren
  • Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung
  • Bei einem geregelten Brexit wären es etwa halb so viel
150 Euro liegen in der Bremer Innenstadt auf dem Boden.

Wie wirkt sich der der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union auf einzelne Regionen in Großbritannien und in der EU aus? Dieser Frage ist die Bertelsmann-Stiftung nachgegangen. Sie hat dabei zwei Szenarien untersucht: einen harten, ungeregelten Brexit und einen geordneten, weichen Brexit. Klar war bereits vorher, dass ein Brexit vor allem die Bürger Großbritanniens hart treffen wird. Die neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass im Fall eines harten Brexits in Großbritannien mit Einkommensverlusten von 57 Milliarden Euro jährlich zu rechnen ist.

Deutschland wäre in der Europäischen Union nach Großbritannien am zweitstärksten betroffen. Auf mehr als 9,5 Milliarden Euro an Einkommen müssten die Deutschen pro Jahr verzichten. Umgerechnet wären das für die Bürgerinnen und Bürger rund 115 Euro, die sie pro Kopf im Jahr weniger hätten, sollte es zu einem ungeregelten Brexit kommen.

Die Zahlen basieren auf einem Modell, das die Folgen von steigenden Preise und Zöllen für das Bruttoinlandsprodukt und die Entwicklung der Einkommen durchspielt. Simpel ausgedrückt: Ein Brexit würde den Handel mit Waren und Dienstleistungen verteuern. Das sorgt für Unsicherheit und beeinflusst Wettbewerb, Konsum und Investitionen negativ, schreibt die Bertelsmann Stiftung.

Bremerinnen und Bremer würden jährlich rund 150 Euro pro Kopf weniger verdienen

Bremerinnen und Bremer wären der Studie zufolge überdurchschnittlich von einem harten Brexit betroffen. Jeder Mensch in Bremen würde dann nämlich statistisch gesehen rund 150 Euro weniger pro Jahr verdienen. Insgesamt würden sich die Einkommensverluste auf 101 Millionen Euro in Bremen summieren. Bei einem weichen Brexit wären es nur halb so viel, so die Studie.

Noch stärker würde ein harter Brexit die Hamburger treffen. Hier sieht die Studie einen durchschnittlichen Einkommensverlust von 170 Euro pro Kopf und Jahr. Auf 305 Millionen Euro jährlich müssten die Menschen in der Region um Hamburg insgesamt jährlich verzichten.

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In der Weser-Ems-Region liegt der errechnete Einkommensverlust bei durchschnittlich 113 Euro pro Kopf und Jahr. Insgesamt wären es dort 281 Millionen Euro, die die Menschen in der Region pro Jahr weniger hätten.

Am stärksten betroffen wären der Studie zufolge die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf. Sie müssten Einkommensverluste in Höhe von 560 Millionen bis 650 Millionen Euro hinnehmen. Am niedrigsten wären die zu erwartenden Verluste in der Region Trier. Hier wären es nur etwa 49 Millionen Euro.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. März 2019, 19:30 Uhr