Bremerhaven begrüßt die Windkraftbranche – und wartet auf den OTB

Bremerhaven begrüßt die Windkraftbranche – und wartet auf den OTB

Audio vom 5. Oktober 2021
Strandkörbe mit Windforce Werbeschildern in Bremerhaven
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Auf der "Windforce"-Konferenz in Bremerhaven geht es um Windkraft und die Zukunft grüner Technologien – aber auch darum, wie Bremerhaven davon profitieren kann.

An diesem Dienstag und Mittwoch trifft sich die Windkraftbranche in Bremerhaven. Zum 17. Mal veranstaltet die Offshore Windenergie-Agentur Bremerhaven (WAB) die Konferenz "Windforce". Dabei geht es um die "klimaschützende Wertschöpfung" von Offshore-Wind – und sicher auch um den Rückenwind, den erneuerbare Energien gerade bekommen. Ob davon auch Bremerhaven profitieren könnte, ist für viele aber noch lange nicht ausgemacht.

Nach der Krise nun die Chancen der Windkraft

Nachdem die Windforce-Konferenz sich im vergangenen Jahr vor allem mit Auswegen aus der Windkraft-Krise beschäftigte, geht es nun um kommende Chancen. Neue Ausbauziele in Deutschland und der Europäischen Union sieht WAB-Vorstand Jens Assheuer als positives Signal: "Das neue langfristige Ausbauziel von 40 Gigawatt bis 2040 ist eine wichtige Planungsgrundlage für Wertschöpfung und Beschäftigung entlang der gesamten Offshore-Wind-Lieferkette."

Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) hält Bremerhaven für die deutsche "Wiege der Offshore-Windindustrie". Doch wieviel von der Wertschöpfung kommt künftig hier an? Die Bremerhavener Mittelstands- und Wirtschaftsunion, die zur CDU gehört, fordert erneut den Bau des Schwerlast-Terminals: Dies sei nötig, um Investoren für die Windkraft-Industrie zu gewinnen. Auch die Bremerhavener CDU forderte das Land auf, sich "endlich klar zum OTB zu positionieren". Der seeschifftiefe Zugang zu den südlichen Hafengebieten gilt vielen als zentrale Infrastruktur für die Verladung immer größerer Anlagen.

Skizze Schwerlastkaje
So soll die Schwerlastkaje des OTB einmal aussehen. Bild: Radio Bremen

Eine besondere Herausforderung sieht die CDU darin, die Branche wiederzubeleben, nachdem es jahrelang Firmenschließungen und Wegzüge gab. Bremerhaven stehe nun wieder "am Anfang beim Aufbau von Unternehmen für die Offshore-Branche", zumal die Hallen zahlreicher ehemaliger Windkraft-Unternehmen mittlerweile von anderen Firmen genutzt würden.

Senatorin will Gerichtsverfahren zum OTB abwarten

Die bremische Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD) hält das Konzept des OTB für "nicht überholt". Auch der geordnete Rückbau der älteren Windparks sei ein Teil der Energiewende. Sie halte an der Zusage fest, dass "wir zunächst die laufenden gerichtlichen Verfahren zu Ende bringen und dann politisch festlegen, wie es mit dem OTB weitergeht."

Claudia Schilling in ihrem Büro (Archivbild)
Senatorin Claudia Schilling (SPD) Bild: Imago | Eckhard Stengel

Anfang November soll dieses Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht nun weitergehen. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) hatte gegen den Bau des OTB geklagt und zunächst Recht bekommen, weil das Gericht die Bedarfsplanung für den Schwerlasthafen nicht für ausreichend hielt. Mit konkreteren Plan-Zahlen soll das Verfahren nun weitergehen.

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Autor

  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 5. Oktober 2021, 6 Uhr