Bund gibt Millionen Euro für Nachbau der "Seute Deern"

  • Der Bund hat 47 Millionen Euro zur Verfügung gestellt
  • Damit soll nicht nur der Traditionssegler rekonstruiert werden
  • Die Linke äußert Kritik an dem Vorhaben
Seute Deern in Bremerhaven

Der marode Bremerhavener Traditionssegler "Seute Deern" soll mit Geld vom Bund rekonstruiert werden. Das hat der Haushaltsausschuss des Bundestages am Donnerstag beschlossen, wie der Bremerhavener SPD-Bundestagsabgeordneten Uwe Schmidt (SPD) am Donnerstag mitteilte.

Insgesamt 47 Millionen Euro stehen Schmidt zufolge für die Seute Deern und die anderen Schiffe der Museumsflotte zur Verfügung. Die ursprünglich 2018 bewilligten 17 Millionen Euro für das Schiff wurden laut Schmidt jetzt um 29 Millionen Euro aufgestockt. Das Geld kommt laut Schmidt vollständig vom Bund. Wie es für die Rekonstruktion der "Seute Deern" und die übrigen Museumsschiffe im Einzelnen verwendet wird, müssten nun die Fachleute klären, sagte Schmidt zu buten un binnen.

Die historischen Schiffe im Alten Hafen sind Teil der bewegten Geschichte unserer Stadt und Träger historischen Wissens. Das Schifffahrtsmuseum (DSM) ohne Schiffe im Museumshafen ist nicht denkbar. Ich erwarte vom DMS zügig ein entsprechendes Konzept zur Sicherung und zum dauerhaften Erhalt aller Museumsschiffe.

Uwe Schmidt, SPD-Bundestagsabgeordneter

Es sei vorgesehen, das Schiff in einem Trockendock vor Ort zu rekonstruieren. Dabei sollen möglichst viele Originalteile der "Seute Deern" verbaut werden, sagte Schmidt. Welche Werft den Auftrag dafür bekomme, sei noch nicht klar.

1,1 Millionen obendrauf für "Elbe 3"

Weitere 1,1 Millionen Euro soll es Schmidt zufolge für die Sanierung des historischen Feuerschiffs "Elbe 3" geben. Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) feierte das als Erfolg des Bremerhavener SPD-Bundestagsabgeordneten Uwe Schmidt und sprach von einer guten Nachricht für Bremerhaven.

Kritik kommt von den Linken: Der bisherige Co-Vorsitzende Felix Pithan twitterte: "Ich kann niemandem erklären, warum hier Dutzende Millionen mobilisiert werden (…), aber für Kitas, Klimaschutz oder Krankenhäuser immer zu wenig Geld da ist."

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Bremerhavens SPD-Chef und ehemaliger Bremer Wirtschaftssenator Martin Günthner konterte, das Schifffahrtsmuseum und die Seute Deern hätten eine "besondere Bedeutung". In Richtung Linke twitterte Günthner: "Die Zeit des sorgenfreien Lamentierens ist vorbei."

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Wer regiere, müsse auch außerhalb der Bremer-Blase Töpfe anzapfen. Auch Günthner betonte, die Entscheidung sei vor allem der Initiative seines Parteifreunds Uwe Schmidt im Bundestag zu verdanken.

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Mehrere Schiffe liegen im Museumshafen in Bremerhaven an.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. November 2019, 19:30 Uhr