Studie: Brexit könnte Bremerhavener Fischern den Job kosten

  • Durch Brexit könnte bis zu 80 Prozent des Ertrages deutscher Fischer wegfallen
  • Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bremerhavener Thünen-Instituts
  • In Bremerhaven seien etwa 100 Seeleute betroffen
Ein Fischkutter fährt über die stürmische Nordsee
Je nachdem, ob und wenn ja in welcher Häufigkeit deutsche Fischereiboote bis in britische Gewässer dürfen, könnte das den Ertrag laut Studie stark beeinflussen. Bild: DPA | Carsten Rehder

In der deutschen Fischindustrie droht nach dem Brexit Arbeitsplatz-Abbau. Bis Ende des Jahres dürfen deutsche Schiffe noch vor Großbritannien fischen, sollte es dann aber keine neue Regelung geben, dürften sie nicht mehr in britische Hoheitsgewässer fahren.

Bis zu 80 Prozent des Ertrages der deutschen Fischer könnten so nach dem Brexit wegfallen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Bremerhavener Thünen-Instituts für Fischereiökologie. Der Geschäftsführer der Bremerhavener Doggerbank Seefischerei GmbH, Uwe Richter, sieht Arbeitsplätze in Gefahr. In Bremerhaven seien 100 Seeleute betroffen. Denn der gesamte deutsche Heringsfang eines Jahres stammt bisher aus britischen Gewässern. Und die Briten exportieren im Gegenzug 70 Prozent ihres Fangs in die EU.

Bis zum Sommer will die EU-Kommission nun ein neues Abkommen mit Großbritannien aushandeln. Ziel ist, dass sich möglichst wenig ändert. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte allerdings angekündigt, die Zahl ausländischer Fischer in britischen Hoheitsgewässern zu begrenzen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Rundschau am Morgen, 31. Januar 2020, 8 Uhr