Bremen gegen "Freedom Day" und Ende aller Corona-Auflagen im Oktober

Audio vom 19. September 2021
Claudia Bernhard während eines Interviews in Bremen
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen
  • Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung fordert Ende der Corona-Auflagen zum 30. Oktober
  • Laut Mediziner Gassen solle man einen "Freedom Day" ankündigen
  • Kritik an der Forderung kommt aus Bremen und Niedersachsen

Die Forderung nach einem "Freedom Day" in Deutschland stößt in Bremen und Niedersachsen auf viel Kritik. Sowohl Politikerinnen und Politiker, als auch Ärztinnen und Ärzte lehnen das aktuell ab. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen hatte gefordert, alle Corona Auflagen am 30. Oktober aufzuheben.

Gassen hatte in der "NOZ" die Politik in Deutschland aufgefordert, sich Großbritannien zum Vorbild zu nehmen. Dort waren am 19. Juli fast alle Corona-Beschränkungen aufgehoben worden.

Bremens Senatorin Bernhard: An Impfbereitschaft arbeiten

"So weit sind wir noch nicht", sagte Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) der "NOZ". Man müsse daran arbeiten, die Impfbereitschaft zu erhöhen und nicht an einem Freedom Day, sagte Bernhard weiter.

Das fordert auch Niedersachsens Ärztekammer-Präsidentin Martina Wenker. Es widerspreche der ärztlichen Sorgfaltspflicht, quasi Wetten auf zukünftige Krankheitsverläufe abzuschließen. Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hält eine Aufhebung aller Auflagen "mit Blick auf den bevorstehenden Herbst und Winter noch für zu leichtsinnig". Niedersachsen bleibe vorsichtig. Sie gehe davon aus, dass man spätestens im Frühjahr 2022 zur Normalität zurückkehren könne. Voraussetzung sei, dass sich noch mehr Menschen impfen lassen und keine neuen Varianten auftauchen, die den Impfschutz umgehen.

Kritik an weltweiter Impfstoff-Verteilung: Wie geht Bremen damit um?

Video vom 17. September 2021
Eine Spritze wird aufgezogen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 19. September 2021, 14 Uhr