Rot-Grün-Rot will Alleinerziehenden die Ausbildung erleichtern

  • Zugang zu Kita-Plätzen soll verbessert werden
  • Ausbau von Teilzeit-Ausbildungsplätzen im Gespräch
  • Zuständige Behörden sollen unbürokratischer zusammenarbeiten
Eine Mutter hält ihr Baby auf dem Schloss, während sie am Laptop arbeitet.
Arbeit und Kind unter einen Hut zu bekommen, ist für Alleinerziehende besonders schwierig. Bild: Imago | Westend61

Die neue Bremer Landesregierung will, dass Alleinerziehende leichter eine Ausbildung machen können. Die Fraktion von SPD, Grünen und Linken haben einen entsprechenden Antrag für die nächste Bürgerschaftssitzung eingereicht. Im Land Bremen erziehen gut 14.000 Elternteile ihre Kinder alleine. Die meisten von ihnen seien Frauen. Zwei Drittel dieser Familien seien auf staatliche Unterstützung angewiesen. Viele der Mütter hätten keinen Schul- oder Berufsabschluss, sagte Henrike Müller, Fraktionsvize der Grünen. Deshalb sollten mehr Möglichkeiten geschaffen werden, Schulabschlüsse oder Ausbildungen in Teilzeit zu
absolvieren.

Die Alleinerziehenden sind die am stärksten von Armut betroffene Gruppe im
Bundesland.

Linken-Fraktionschefin Sofia Leonidakis

24-Stunden-Kita in Planung

Die zuständigen Ressorts Arbeit, Bildung und Soziales sollen enger und unbürokratischer zusammenarbeiten, um Alleinerziehenden den Einstieg in eine Ausbildung zu erleichtern. Dazu gehören eine bessere Beratung im Jobcenter und vor allem ein Platz in der Kita oder Krippe. Es ist eine 24-Stunden-Kita angedacht, erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Petra Krümpfer. Wie das alles finanziert wird, soll in den nächsten Haushaltsberatungen geklärt werden.

Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Henrike Müller, fordert auch mehr Teilzeit-Ausbildungsplätze. Dafür will die Koalition auf die Wirtschaft zugehen. Grundsätzlich sind die Unternehmen dazu bereit, sagt Jörn Reichenbach von der Bremer Handelskammer. Allerdings müssten die Behörden Soforthilfe leisten, wenn die jungen Eltern ihre Ausbildung machen und zum Beispiel finanzielle Probleme haben, keine Wohnung finden oder mit einer Trennung nicht zurechtkommen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichte, 19. September 2019, 19:30 Uhr