IG-Metall bricht Verhandlungsmarathon um Bosch-Werk nach 12 Stunden ab

  • IG Metall bricht Gespräche ab, weil es keine Einigung gibt
  • Bosch will Produktion Ende des Jahres schließen
  • Gewerkschaft will Produktion bis 2023 aufrechterhalten
Logo auf einer Stele vor dem Eingang zum Bosch-Werk, auf der sich ein Baum spiegelt
Verhärtete Fronten: Im Streit zwischen der IG Metall und Bosch um die Zukunft des Werks in Bremen-Huchting gibt es immer noch keine Einigung. (Symbolbild)

Die Gewerkschaft IG Metall hat am Mittwochabend Gespräche mit Vertretern von Bosch nach mehr als zwölf Stunden abgebrochen. Laut des Bremers IG Metall-Geschäftsführers, Volker Stahmann, habe es in einigen Punkten zwar kleine Annäherungen gegeben. Letztlich seien die anwesenden Bosch-Vertreter aber nicht in der Lage gewesen, Entscheidungen zu treffen. Daher hätten Gewerkschaft und Betriebsrat den Verhandlungsmarathon schließlich abgebrochen.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist, dass der Bosch-Konzern sein Werk in Bremen-Huchting Ende 2020 schließen will. Die Produktion soll dann nach Ungarn verlagert werden, obwohl es laut der Gewerkschaft Aufträge und damit mögliche Beschäftigung bis Ende 2023 gibt. In Bremen soll den Plänen zufolge in Zukunft lediglich an neuen Produkten gearbeitet werden. Von den heute noch rund 400 Stellen blieben dann nur etwa 30 in der Hansestadt.

Verhärtete Fronten zwischen IG Metall und Bosch

IG Metall und Bosch haben bereits mehrfach miteinander über die Zukunft des Werks verhandelt. Ende Dezember brach die Gewerkschaft schon einmal Gespräche ab und organisierte Anfang Januar einen Warnstreik.

Wie es jetzt weitergeht ist laut Stahmann noch offen. Der Geschäftsführer des Bremer Bosch-Werks, Gilles Dubois, teilte buten un binnen auf Nachfrage mit, dass die Gespräche am Mittwochabend lediglich unterbrochen worden seien. Am Freitag sollen sie ihm zufolge erneut aufgenommen werden.

Beide Seiten sind nach wie vor gesprächsbereit und wir sind zuversichtlich, eine geeignete Lösung zu finden.

Gilles Dubois, Geschäftsführer Robert Bosch Automotive Steering Bremen

Volker Stahmann zufolge gibt es zwei Optionen: Entweder man setzt sich am morgigen Freitag noch einmal zusammen. Voraussetzung dafür wäre aber, dass die Bosch-Leute dann tatsächlich Entscheidungen treffen können. Falls das nicht der Fall sein sollte, bereite man für Freitag einen erneuten Warnstreik vor.

Rückblick: Warnstreik bei Bosch in Bremen-Huchting

Eine Feuertonne, in der das Logo der IG Metall Bremen eingestanzt ist.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 23. Januar 2020, 10 Uhr