Darum wird heute in Bremen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert

Am Samstagnachmittag wollen Gegner der Corona-Maßnahmen in Bremen protestieren. Doch wer sind sie und was fordern sie?

Ein Protestschild mit der Aufschrift: "Wir sind nicht links, wir sind nicht rechts, wir sind in Verantwortung."
Die Initiatoren des Autokorsos sagen, dass sie unabhängig seien. (Hier im Bild eine Protestaktion in Schwerin am 1. Mai.) Bild: DPA | Jens Büttner

Am Samstagnachmittag kann es in Bremen etwas lauter werden. Denn eine Fahrzeugkolonne soll hupend durch die Innenstadt fahren. Die Organisatoren wollen mit dem Autokorso ihren Unmut gegen die Corona-Auflagen zum Ausdruck bringen. "Autokorso gegen Lockdown. Grundrechtedemo: Freiheit ohne Angst" heißt die Aktion, die vor allem in den sozialen Netzwerken entstanden ist und dort mehrfach geteilt wurde.

Geplant ist der Start um 15:30 Uhr. Die Organisatoren wollten ursprünglich von der Östlichen Vorstadt in Richtung Innenstadt fahren. Doch die Behörden wollen den genauen Verlauf der Strecke im Vorfeld nicht preisgeben, um Gegendemonstrationen zu verhindern.

Organisator: Wir sind unparteiisch

Die Organisatoren wollen also gegen die Corona-Maßnahmen der vergangenen Wochen protestieren und haben deshalb zu einem Autokorso durch die Hansestadt aufgerufen. Doch wer sind sie? Eine Frage, auf die man je nach Gesprächspartner verschiedene Antworten bekommt.

Linke Gruppierungen in Bremen stufen die Demonstration als rechts-orientiert ein. In den sozialen Netzwerken wird unter anderem dafür plädiert, "dass es nicht dazu kommt". Die Organisatoren seien "rechte Verschwörungstheoretiker", wie in einem Tweet der Basisgruppe Antifa zu lesen ist.

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Der Initiator des Protests, Kolja Beckmann, dementiert und möchte nicht in die rechte Ecke geschoben werden. "Das Gegenteil ist der Fall: Wir sind unparteiisch. Und ich bin gegen politische Extreme", sagt er auf Nachfrage von buten un binnen. Für ihn sei eher die Zustimmung aus der Mitte der Gesellschaft wichtig. Der Bremer DJ und Eventveranstalter betont, dass die Veranstaltung "erstmal eine einmalige Sache" sei. Er sei in der Politik nicht aktiv und habe das momentan auch nicht vor.

Ein Schild mit der Aufschrift "Passage geschlossen" am Lloydhof in Bremen.
Die Demonstranten haben Kritik an vielen der geltenden Corona-Maßnahmen. (Symbolbild) Bild: Radio Bremen | Martin von Minden

Die zwölf Forderungen, die die Organisatoren der Bremer Aktion online veröffentlicht haben, decken ein breites Spektrum ab: Von der Aufhebung aller Corona-Maßnahmen (außer für Ältere und Vorerkrankte) und der Öffnung aller Betriebe über die Kritik an Sperrungen in den sozialen Netzwerken bis hin zur Ablehnung von Corona-Bonds.

Beckmann hat die Teilnehmer der Bremer Aktion aufgerufen, keine Parteisymbole zu zeigen und sich an die Corona-Auflagen zu halten. Maximal 70 Fahrzeuge mit je zwei Personen aus einem gemeinsamen Haushalt sind zugelassen. Während der Versammlung vor Beginn des Autokorsos dürfen die Teilnehmer nur mit Mund-Nasen-Schutz ihre Fahrzeuge verlassen.

Nicht die einzige Demonstration

Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen haben in den vergangenen Wochen in mehreren Bundesländern stattgefunden. Unter anderem wurden sie auch von der Bewegung "Widerstand 2020" organisiert. Aus der Bewegung soll nach eigenen Angaben inzwischen eine Partei entstanden sein, was unter Experten aber in Frage gestellt wird. Kritiker sagen, solche Bewegungen könnten leicht von Rechtsextremen und Verschwörungstheoretikern unterwandert werden. Auch sei ein Teil ihrer Forderungen an Verschwörungstheorien angelehnt.

In den sozialen Netzwerken kursieren Gerüchte, dass "Widerstand 2020 Bremen" in der Hansestadt zur selben Zeit protestieren wolle. Dazu teilte das Innenressort auf Nachfrage mit: "Ob auch die Gruppierung von 'Widerstand 2020' an den Versammlungen beteiligt sein wird, lässt sich anhand der Anmeldungen nicht erkennen."

Allerdings sei heute Nachmittag auf dem Bremer Marktplatz die Kundgebung "In unserem Grundgesetz verbriefte Grundrechte" angemeldet. Diese Kundgebung hat laut Innenressort auch schon in den vergangenen Wochen stattgefunden. Auch hier sei aber nicht klar, ob sich die Gruppe "Widerstand 2020" daran beteiligen wolle.

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Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un ninnen, 9. Mai 2020, 19:30 Uhr